- DER AKTIONÄR

Microsoft - Opfer der hohen Erwartungen

Trotz einer saftigen Gewinnsteigerung bezieht der Softwarekonzern Microsoft Prügel. Schuld ist die zurückhaltende Umsatzprognose für das laufende Quartal.

Trotz einer saftigen Gewinnsteigerung bezieht der Softwarekonzern Microsoft Prügel. Schuld ist die zurückhaltende Umsatzprognose für das laufende Quartal.

Von Steffen Eidam

Da steigert Microsoft seinen Gewinn auf 3,1 Milliarden Dollar - in einem Quartal wohlgemerkt - und trotzdem lassen die Analysten kein gutes Haar am weltgrößten Softwarekonzern. Das Management erwartet für das zweite Geschäftsquartal Erlöse in Höhe von 11,9 bis 12 Milliarden Dollar. Zuwenig für viele Analysten, die durchschnittlich mit etwa 12,26 Milliarden Dollar gerechnet hatten. Einige Aktionäre haben sich daraufhin von ihren Anteilen getrennt, folglich verliert die Aktie nachbörslich 1,6 Prozent.

Enttäuschender Ausblick

Dank eines florierenden Geschäfts mit Server- und Windows-Software kletterte der Gewinn des Softwaregiganten im ersten Quartal um 24 Prozent von 2,6 auf 3,1 Milliarden Dollar. Der Quartalsumsatz legte im Jahresvergleich um sechs Prozent auf 9,74 (Prognose: 9,79) Milliarden Dollar zu, wie das Unternehmen nach Börsenschluss am Donnerstag mitteilte. Für das laufende Quartal per Ende Dezember blieb der Konzern mit seiner Umsatzerwartung von 11,9 bis 12 Milliarden Dollar jedoch hinter den Erwartungen zurück. Analysten hatten mit 12,26 Milliarden Dollar gerechnet. Für den gleichen Zeitraum erwartet Microsoft einen Gewinn zwischen 32 und 33 Cent je Aktie, was ebenfalls unter den prognostizierten 38 Cent liegt. Für das gesamte Geschäftsjahr rechnet der Konzern mit einem Gewinn je Aktie von 1,26 bis 1,30 (Prognose: 1,44) Dollar je Aktie einschließlich Sonderposten. Der Umsatz soll sich auf Jahressicht zwischen 43,7 und 44,5 Milliarden Dollar einpendeln, während die Schätzungen bei 44,29 Milliarden Dollar lagen.

Zugpferd PC-Sparte

Im ersten Quartal hat der Konzern 17 Prozent mehr PCs verkauft, das ist ein sehr guter Wert. Die im November erscheinende neue SQL-Server-Softwareversion dürfte der Server-Softwaresparte Auftrieb verleihen. Erfreulich entwickelte sich in den ersten drei Monaten auch das Geschäft mit Office- und Unternehmens-Software, während die Online-Sparte MSN Marktanteile an die Konkurrenz abgeben musste. Kaum überraschend war hingegen der Rückgang der Verkaufszahlen bei der Spielekonsole Xbox. Ebenfalls im November kommt nämlich die neue Generation Xbox 360 auf den Markt, von der sich Microsoft einen Gesamtabsatz von 4,5 bis 5,5 Millionen Stück im laufenden Geschäftsjahr erhofft. Microsoft-Finanzchef Chris Liddell sprach von "einem guten Start für ein wichtiges Jahr" und kündigte eine Beschleunigung des laufenden Rückkaufprogramms von 30 Millionen Aktien an.

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