MIC
von Jochen Kauper - Redakteur

mic AG: “Wir haben mehrere Eisen im Feuer“

Schlag auf Schlag geht es derzeit bei der mic AG: Finanzinvestor Carsten Maschmeyer hat zuletzt seine Beteiligung auf über 10 Prozent aufgestockt. DER AKTIONÄR sprach mit Vorstandschef Claus-Georg Müller unter anderem über die aktuellen Beteiligungen des Frühphasenfinanzierers sowie die Perspektiven für das laufende Geschäftsjahr.

DER AKTIONÄR: Herr Müller, was macht die mic-Aktie so interessant für Maschmeyer & Co?

CLAUS-GEORG MÜLLER: Nach fünf Jahren an der Börse scheinen wir es endlich geschafft zu haben, unser Geschäftsmodell richtig zu vermitteln. Dies hat dazu geführt, dass einige Investoren erkannt haben, dass wir deutlich unter unserem Net-Asset-Value notieren. In der Folge entwickelt sich auch unser Aktienkurs jetzt in die richtige Richtung.

Paladin Asset Management, die Vermögensverwaltung von Carsten Maschmeyer, ist im Februar 2012 bei der mic AG eingestiegen. Jetzt hat Paladin seinen Anteil auf über zehn Prozent aufgestockt. Welche Bedeutung hat Paladin als strategischer Investor für Sie?

Claus-Georg Müller: In den heutigen Zeiten geht vieles nur noch über Vertrauen und nachhaltiges Wirtschaften. Mit Ingo Nix, dem Geschäftsführer von Paladin Asset Management, arbeiten wir schon seit über zehn Jahren erfolgreich zusammen. Uns eint, dass wir nicht allein den kurzfristigen Erfolg anstreben, sondern Kontinuität und Vertrauen in den Mittelpunkt unseres Handelns stellen.

Auch die von der MB Fund Advisory beratenen MB-Fonds, die mic seit dem Börsengang im Jahr 2006 begleiten, haben ihren Anteil aufgestockt und die 3 Prozent-Schwelle überschritten. Rechnen Sie mit weiteren Zukäufen von institutionellen Anlegern?

Claus-Georg Müller: Wir werden uns in erster Linie auf langfristig orientierte Investoren fixieren, die nicht nur Kapital, sondern auch ein entsprechendes Netzwerk mit einbringen. Damit schaffen wir die Basis für einen stabilen, nachhaltig steigenden Aktienkurs.

Bei dem aktuell großen Interesse von Seiten strategischer Investoren wäre auch eine Kapitalerhöhung denkbar. Ist dies eine Option für Sie? Wenn ja, welche Mittelverwendung würden Sie anstreben?

Claus-Georg Müller: Eine Kapitalerhöhung könnte zur Diskussion stehen, wenn weitere Strategen bei uns einsteigen möchten. Wir würden dann aber einen höheren Ausgabekurs anstreben und unseren Aktionären ein Bezugsrecht einräumen, damit die Verwässerung kompensiert werden könnte. In der momentanen Situation stehen uns sehr viele Möglichkeiten offen, attraktive Beteiligungen zu günstigen Konditionen einzugehen. Daher ist es von Vorteil, eine volle „Kriegskasse" zu haben. Ebenfalls würden wir die Dividendenpolitik in unserem Hause überdenken.

Im mic-Portfolio befinden sich aktuell vierzehn Beteiligungen, vor allem Exergy, PiMON und Flores Solar Water gelten als aussichtsreich. Bei welcher Beteiligung sehen Sie das größte Potenzial?

Claus-Georg Müller: Exergy und PiMON sehe ich gleichauf. Die von PiMON entwickelte innovative Glasfaser-Technologie ermöglicht die vollautomatische Überwachung von Öl- und Gaspipelines inklusive einer präzisen Ortung von Störungen und Pipelinelecks. PiMON startet gerade eine Testinstallation in Indien. Im Erfolgsfall erwarten wir einen sehr bedeutenden Auftrag, der bereits in der ersten Ausbaustufe mehrere Tausend Kilometer umfassen kann. Da die Alternativen für den indischen Auftraggeber gegen Null gehen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir den Zuschlag erhalten, sehr hoch. Für Exergy gilt es noch viel Basisarbeit zu leisten, aber auch hier gehen die Alternativen gegen Null und wir reden hier von einem Milliarden-Markt!

Exergy hat seine neue Generation von Hochleistungsservern für das schnelle Internet auf der CeBIT vorgestellt. Was ist das Besondere an dieser Technologie und wie war die Resonanz?

Claus-Georg Müller: Exergy hat demonstriert, dass seine Hochleistungsserver mehr als 1.000mal schneller sind als klassische Server, bei geringerem Stromverbrauch! Einer der größten Suchmaschinenhersteller baut seine Cloud basierend auf regulären PCs auf. Wir können mit einem unserer Server mehr als 1.000 Rechner ersetzen und ermöglichen signifikante Einsparungen, sowohl bei den Hardwarekosten wie auch bei Wartung und Betrieb.

Kommen wir auf die Geschäftszahlen zu sprechen: Wie zufrieden waren Sie mit dem Geschäftsjahr 2011?

Claus-Georg Müller: Mit dem Ergebnis des Geschäftsjahres 2011 müssen wir uns sicherlich nicht verstecken, auch wenn es kein neues Rekordjahr war. Wir werden voraussichtlich Anfang Mai zur Entry und General Standard Konferenz die vorläufigen Zahlen präsentieren und im Juni die endgültigen Zahlen mit unserem Geschäftsbericht.

Welche Ziele haben Sie sich für das laufende Jahr gesetzt? Steht in den nächsten Monaten ein Exit an?

Claus-Georg Müller: Wir arbeiten immer daran, Exits zu generieren sowie neue, vielversprechende Investments einzugehen. Aktuell haben wir mehrere Eisen im Feuer, aber der Zeitpunkt ist in unserer Branche schwer zu fixieren. Wir haben die Basis dafür geschaffen, auch 2012 mit einem guten Ergebnis abzuschließen. Ich bin zuversichtlich, dass wir unsere ehrgeizigen Ziele erreichen. Dann werden auch unsere Aktionäre in den nächsten Monaten noch viel Freude am Aktienkurs haben.

Herr Müller, vielen Dank für das Interview.

FAZIT: Die Aufstockung des Finanzinvestors Maschmeyer sollte das Interesse der Anleger weiterhin auf die mic AG richten. Allein die Tochter PiMON das Potenzial, den aktuellen Börsenwert der Muttergesellschaft von knapp 18 Millionen Euro zu übertreffen. Die restlichen Töchter bekämen Anleger also quasi gratis hinzu. Kursziel: 5,00 Euro.

| Jochen Kauper | 0 Kommentare

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