Metro
- Michael Schröder - Redakteur

Metro vor der Entscheidung: Zahlen und mögliche Aufspaltung im Fokus

Die vor ihrer Aufspaltung stehende Metro AG hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015/16 mit heftigem Gegenwind durch den schwachen Rubel und andere Währungen zu kämpfen gehabt. Dank lukrativer Immobiliengeschäfte und eines starken Schlussspurts bei der Elektroniktochter Media-Saturn sollte der Handelskonzern seine Jahresziele aber dennoch erreicht haben. Für die Aktionäre stehen kurzfristig zwei richtungsweisende Termine auf der Agenda.

Die Metro, zu der neben Media-Saturn noch die gleichnamigen Metro-Großmärkten sowie die Lebensmittelkette Real gehören, wird am Mittwoch (14. Dezember) ihre Bilanz für das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr vorlegen. Dabei wird vor allem die Ergebnisentwicklung im Fokus stehen, vorläufige Umsatzzahlen hatte der Konzern bereits im Oktober mitgeteilt. Danach waren die Konzernerlöse aufgrund von Währungseffekten und des Verkaufs von Unternehmensteilen um 1,4 Prozent auf 58,4 Milliarden Euro zurückgegangen. Auf gleicher Fläche legten die Umsätze wie von Metro prognostiziert leicht zu.

Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (EBIT) soll den Plänen des Konzerns nach währungsbereinigt leicht über den Vorjahreswert von 1,511 Milliarden Euro herauskommen. Experten gehen von einem EBIT in Höhe von 1,48 Milliarden Euro aus, allerdings sind bei diesem Wert die Wechselkursschwankungen nicht herausgerechnet. Kepler Cheuvreux, Deutsche Bank und Baader Bank erwarten unisono, dass Metro die Konsensschätzungen überrunden kann – nicht zuletzt weil Metro das Ergebnis auch immer mit Hilfe von Immobilienverkäufen aufbessert.

Aber auch Media-Saturn sollte in den letzten Monaten des Jahres wieder Boden gut gemacht haben. Im dritten Geschäftsquartal waren beispielsweise höhere Kosten für IT und den Aufbau eines Kundenclubs aufgelaufen. Auch hatte die Metro stärkere Rabatte bei den Produkten gewährt. All das führte zu einem Ergebnisrückgang. Durch den Wegfall dieser Belastungen im vierten Quartal dürften sich die Margen wieder erholt haben, schätzen die Experten der Deutschen Bank.

Noch größeres Interesse als die Zahlen dürfte allerdings der am Tag darauf angesetzte Kapitalmarkttag auf sich ziehen. Dann will der Konzern weitere Details zu seiner Aufspaltung bekannt geben. Analysten erhoffen sich dabei weitere Hinweise auf die künftige Strategie und die finanzielle Aufstellung der neuen Metro. Der Handelskonzern hatte im Frühjahr angekündigt, sich in zwei unabhängig von einander operierende Teile aufzuspalten: einen Lebensmittelspezialisten um die Großhandelstochter Metro Cash & Carry und die Supermarktkette Real sowie ein Unternehmen für Unterhaltungselektronik mit Media-Saturn.

Dahinter steckt die Idee, dass sich die Töchter getrennt voneinander schlagkräftiger entwickeln können und letztendlich so für die Aktionäre mehr Wert schaffen. Derzeit wird mit Hochdruck an der Umsetzung der Spaltungspläne gearbeitet, vollzogen werden soll die Trennung bis Mitte nächsten Jahres, wenn die Aktionäre dem Vorhaben zustimmen.

Das Bankhaus Lampe hat das Kursziel im Vorfeld bereits von 34 auf 38 Euro angehoben. Die geplante Aufspaltung des Handelskonzerns dürfte mit dem Kapitalmarkttag in die heiße Phase gehen, so Analyst Peter Steiner. Dieser Schritt sei strategisch sinnvoll. Die Aufspaltung schaffe Werte. Die Experten der Commerzbank kommen zu einem ähnlichen Schluss. Der bevorstehende Kapitalmarkttag sei notwendig, um Marktbefürchtungen zu zerstreuen, der Handelskonzern entfalte nicht sein volles Potenzial, so Analyst Jürgen Elfers. Er sieht die Aktie bei 37,50 Euro fair bewertet.

Heute halten die Experten von Morgan Stanley dagegen. Die Anleger hätten die geplante Aufspaltung zu stark gefeiert. Sie sollten eher auf den freien Mittelzufluss achten, der schwach bleiben dürfte. Mit seinem gesenkten Kursziel von 26 Euro signalisiert die Investmentbank nach der jüngsten Kursrallye ein hohes Rückschlagsrisiko.

DER AKTIONÄR bleibt zuversichtlich und hält im Real-Depot an seiner bereits am 6. Dezember zu 28,69 Euro eingegangenen Trading-Position fest.

Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR.

(Mit Material von dpa-AFX)

 


 

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