Ceconomy
- Andreas Deutsch - Redakteur

Metro: Neuer Chef, alte Probleme

Deutschlands größter Handelskonzern Metro hat seit gestern mit Olaf Koch einen neuen Chef. Auf den 41-Jährigen warten viele Baustellen. Positiv für die Metro: Im kommenden Jahr wollen besonders junge Leute ordentlich konsumieren - trotz Schuldenkrise und Rezessionsgefahr.

Koch muss unter anderem en Verkaufsprozess für die Tochtergesellschaft Galeria Kaufhof zu einem erfolgreichen Ende bringen. Hier gibt es einen Bieter-Zweikampf zwischen René Benko und Karstadt-Investor Nicolas Berggruen. Auch muss sich Koch um die ebenfalls auf den Prüfstand gestellte SB-Warenhauskette Real kümmern. Und bei Media-Saturn, der ehemaligen Ertragsperle der Metro AG, lief es auch schon besser.

Junge wollen einkaufen

Dass die Metro Schwierigkeiten hat, zeigt die Gewinnwarnung vor einigen Wochen. Das Unternehmen rechnet für das Geschäftsjahr 2011 nur noch mit einem Umsatz und einem operativen Ergebnis (EBIT) leicht unter dem Vorjahresniveau. Zuvor hatte der Konzern mit einem Umsatz über dem Vorjahresniveau und mit einem Wachstum des Betriebsergebnisses von rund zehn Prozent gerechnet.

Dabei war 2011 laut dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) das beste Konsumjahr seit einem Jahrzehnt. Der private Verbrauch stieg im vergangenen Jahr um mindestens 1,2 Prozent.

Für 2012 sind die Aussichten viel versprechend: Einer Umfrage der Welt am Sonntag zufolge will jeder dritte Deutsche im Alter zwischen 20 und 29 Jahren nicht sparen, sondern sein Geld lieber für Konsum ausgeben.

Kein Kauf

Auf den neuen Metro-Chef wartet eine Herkulesaufgabe. Solange sich keine sichtbaren Erfolge einstellen, dürfte der Aktienkurs nicht in Schwung kommen. Die Metro-Aktie ist derzeit nicht mehr als eine Halteposition.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema: