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Metro - Ziel in weiter Ferne

Der Handelskonzern Metro hat seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr nach unten korrigiert. Schuld sei nach eigenen Angaben das schwache Abschneiden der Tochter Real - unter anderem.

Der Handelskonzern Metro hat seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr nach unten korrigiert. Schuld sei nach eigenen Angaben das schwache Abschneiden der Tochter Real - unter anderem.

Von Steffen Eidam

Die Pflichtmitteilung kam recht unscheinbar daher. Das galt aber nicht für den Inhalt, denn der birgt Brisanz: Deutschlands größter Handelskonzern Metro senkt sowohl die Umsatz- als auch die Gewinnprognose für das laufende Jahr. Als Begründung nennt der Konzern die schwache Entwicklung bei der Tochter Real sowie den enttäuschenden Verlauf der Binnenkonjunktur seit der Bundestagswahl.

Prognose gesenkt

Deutschlands größter Handelskonzern Metro rechnet für das laufende Jahr nur noch mit einem Umsatzwachstum von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bislang war man bei Metro von fünf bis sechs Prozent ausgegangen. Noch schlimmer sieht es bei der Ergebnisschätzung aus. Bereinigt um steuerliche Einmalbelastungen wird das Ergebnis je Aktie wohl nur noch im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen. Bisher hatte Metro ein EPS-Wachstum von acht bis zwölf Prozent angestrebt. Unbereinigt könnte der Nettogewinn sogar deutlich unter dem des Vorjahres liegen. Zudem blieb die operative Ergebnisentwicklung im dritten Quartal klar unter den Erwartungen der Analysten. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITA) sank um 5,4 Prozent auf 299,4 (Prognose: 320) Millionen Euro. Der Umsatz stieg - wie von den Analysten geschätzt - um 4,9 Prozent auf 14,06 Milliarden Euro. Der Gewinn je Aktie (EPS) erhöhte sich um 0,08 Euro auf 0,45 Euro, während das Vorsteuerergebnis um 18,1 Prozent auf 248,7 Millionen Euro wuchs.

Wieder Ärger mit Real

Das Düsseldorfer Unternehmen begründet die Korrektur mit der schwachen Entwicklung bei den Real-Märkten und mit dem enttäuschenden Verlauf der Binnenkonjunktur seit der Bundestagswahl. Die Tochter Real warf bereits im Frühjahr einen dunklen Schatten auf den Handelskonzern. Ein Fleischskandal sorgte damals für großes Aufsehen. In einigen Filialen wurde abgelaufenes Hackfleisch umetikettiert und erneut in den Handel gebracht. Mit Hilfe einer millionenschweren Werbekampagne wollte man das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen. Der Erfolg blieb allerdings aus und so entließ Metro-Chef Hans-Joachim Körber die Führungsspitze von Real. Real gilt seither bei vielen Experten als das Problemkind des Metro-Konzerns. Die Metro-Aktie verliert bis 10 Uhr 3,57 Prozent auf 36,45 Euro.

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