Merck
- Marion Schlegel - Redakteurin

Merck KGaA mit neuen Entwicklungen bei Gen-Schere: Aktie an wichtiger Chartmarke

Der DAX-Konzern Merck hat eine neue Technologie zur Geneditierung entwickelt, die CRISPR effizienter, flexibler und spezifischer macht. Die Gen-Schere CRISPR (Clustered regularly interspaced short palindromic repeats) wurde vom Fachmagazin Science zum wissenschaftlichen Durchbruch des Jahres 2015 gewählt. Damit können einzelne, beispielsweise defekte Gene gezielt aus dem Erbgut herausgelöst, durch andere (gesunde) Varianten ersetzt oder komplett ausgeschaltet werden. Das Verfahren verspricht ungeahnte Möglichkeiten bei Krebserkrankungen sowie Erbkrankheiten und zeichnet sich durch eine hohe Genauigkeit bei gleichzeitig geringen Kosten aus.

Durch die neue Technologie von Merck haben Forscher mehr experimentelle Möglichkeiten und können schneller Ergebnisse erzielen, um die Arzneimittelentwicklung und den Zugang zu neuen Therapien zu beschleunigen, erklärt das Unternehmen. Diese neue – als „Proxy-CRISPR“ bezeichnete – Methode ermöglicht den Zugriff auf bisher nicht erreichbare Regionen des Genoms. Die meisten natürlichen CRISPR-Systeme, die in Bakterien auftreten, müssen umfassend bearbeitet werden, um in menschlichen Zellen zu funktionieren. Proxy-CRISPR bietet ein rasches und einfaches Vorgehen, um sie ohne aufwendige Veränderungen nativer CRISPR-Proteine besser zu nutzen, so Merck weiter. Merck hat mehrere Patentanträge für die Proxy-CRISPR-Technologie gestellt.

„Flexiblere und leichter anwendbare Technologien für die Geneditierung bieten in der Forschung, Bioprozesstechnik und bei neuartigen Behandlungsoptionen mehr Potenzial“, sagte Udit Batra, Mitglied der Geschäftsleitung von Merck und CEO des Unternehmensbereichs Life Science. „Als führendes Unternehmen in der Geneditierung ist die neue Technologie von Merck nur ein Beispiel für unseren Anspruch, Herausforderungen in diesem Bereich zu bewältigen. Die CRISPR-Forschung wird für uns weiterhin eine Priorität bleiben.“

Q1 leicht über den Erwartungen

Die Aktie von Merck hatte zuletzt nach dem Verkauf der Biosimilar-Sparte an Fresenius stark zugelegt, ist zuletzt aber wieder etwas zurückgekommen. Derzeit testet der Wert das Ausbruchsniveau in Form des im Jahr 2015 markierten Rekordhochs. Am heutigen Donnerstag hat Merck zudem die Zahlen für das erste Quartal präsentiert. Der Gewinn nach Steuern sank dabei um 11,8 Prozent auf 523 Millionen Euro. Das EBITDA reduzierte sich um 6,2 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro, während das bereinigte EBITDA 14,5 Prozent auf 1,24 Milliarden Euro zulegte. Die Umsätze wuchsen um 5,3 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr erwartet Merck ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 4,4 und 4,6 Milliarden Euro sowie Umästze im Bereich von 15,5 bis 16,0 Milliarden Euro. Damit gelang es dem Konzern, die Erwartungen der Analysten leicht zu übertreffen, die mit einem bereinigten EBITDA von 1,19 Milliarden bei Einnahmen von 3,84 Milliarden Euro gerechnet hatten. Langfristig bleibt der Titel weiter interessant.

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