- Nikolas Kessler - Redakteur

Mehrere Kaufempfehlungen: HelloFresh zündet den Turbo

Die Aktie von HelloFresh verbucht am Donnerstag zweistellige Kursgewinne. Hintergrund sind die ersten Analystenkommentare, die rund sechs Wochen nach dem Börsengang nun langsam eintrudeln. Darunter befinden sich auch mehrere Kaufempfehlungen.

Am optimistischsten ist Berenberg-Analyst Robert Berg, der die Aktie mit einem „Buy“-Rating und einem Kursziel von 14 Euro in die Bewertung aufgenommen hat. Das Unternehmen sei der größte und einzige globale Player in dem gerade erst aufkeimenden Online-Markt für Kochboxen und sehr gut aufgestellt, daraus Vorteile zu ziehen und stark zu wachsen.

Auch die Deutsche Bank hat den Bösen-Neuling mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 12 Euro in die Bewertung aufgenommen. Analystin Nizla Naizer lobte die verbesserte Profitabilität und erwartet, dass HelloFresh schon bald die Gewinnschwelle erreichen wird. Das könne auch der noch recht konservativen Bewertung einen Schub verleihen. Sorgen wegen der wachsenden Konkurrenz im Markt für Kochboxen macht sich nicht: Dieser sei groß genug für mehrere Akteure – selbst wenn Amazon seine Ambitionen in diesem Bereich forcieren sollte.

Bedenken wegen Fluktuation und Konkurrenz

Marcus Diebel von der US-Bank JPMorgan bewertet die wachsende Konkurrenzsituation in der Branche kritischer. Zwar sei HelloFresh weltweit führend, um diese Position zu verteidigen rechnet er jedoch mit hohen Investitionen, die wiederum das Gewinnwachstum bremsen würden. Entsprechend lautet seine Einschätzung „Neutral“ mit einem fairen Wert von 11 Euro.

Morgan-Stanley-Analystin Andrea Ferraz führt neben dem Wettbewerbsdruck auch die hohe Kundenfluktuation als Schwachpunkt an. Durch eine weitere Personalisierung des Angebots könne HelloFresh seine Wachstumschancen aber noch verbessern. Ihre Empfehlung lautet „Equal-weight“ mit einem Kursziel von 10,70 Euro.

Aktie auf Allzeithoch

Vor allem die Kaufempfehlungen finden bei den Anlegern offenbar Gehör, denn die Aktie von HelloFresh ist am Donnerstag schwer gefragt. Um rund elf Prozent auf 11,20 Euro geht es nach oben. Zwar war die Aktie nach dem Börsendebüt Anfang November zunächst unter den Ausgabepreis von 10,25 Euro gefallen, ein Debakel wie beim US-Konkurrenten Blue Apron, der wenige Monate zuvor den Börsengang gewagt hatte, ist jedoch ausgeblieben. Dennoch steht die Aktie derzeit nicht auf der Empfehlungsliste des AKTIONÄR.

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