Actelion
- DER AKTIONÄR

Mehrere Eisen im Feuer

Wer kennt das nicht – man wacht auf und kann einfach nicht mehr einschlafen. Während viele Menschen allerdings nur gelegentlich darunter leiden, sind allein mehr als zehn Millionen Deutsche so heftig von Schlafstörungen betroffen, dass sie sich in ärztliche Behandlung begeben müssen.

Die Schweizer Actelion hat gleich mehrere Produktkandidaten in Phase III. Bereits im kommenden Jahr werden entscheidende News erwartet.

Wer kennt das nicht – man wacht auf und kann einfach nicht mehr einschlafen. Während viele Menschen allerdings nur gelegentlich darunter leiden, sind allein mehr als zehn Millionen Deutsche so heftig von Schlafstörungen betroffen, dass sie sich in ärztliche Behandlung begeben müssen. Gemäß einer Studie der Bank Vontobel umfasste der weltweite Markt für Schlafmittel im vergangenen Jahr ein Umsatzvolumen von rund 4,6 Milliarden Dollar. Allerdings haftet Schlafmitteln heutzutage noch immer ein schlechtes Image an. Sollten aber bessere Produkte die Zulassung erhalten, dürfte das Marktvolumen deutlich nach oben schnellen. Eines dieser Präparate könnte Almorexant von Actelion sein.

Neuartiges Medikament

Almorexant gehört einer völlig neuartigen Generation von Schlafmitteln an. Es beeinflusst die Orexin-Proteine, die eine wichtige Rolle bei der Kontrolle des Schlaf-Wach-Zyklus spielen. Die jüngsten Ergebnisse der abschließenden Phase- II-Tests fielen äußerst vielversprechend aus. So zeigte sich, dass das Medikament den primären Studienendpunkt Schlafeffizienz signifikant verbessert. Außerdem erhöhte sich der prozentuale Anteil, der im REM-Schlaf (Rapid- Eye-Movement – rasche Augenbewegung) verbracht wird. Experten gehen davon aus, dass diese Phase von enormer Bedeutung für die Gedächtnisfunktion ist. Noch in diesem Jahr sollen erste Phase-III-Tests begonnen werden. Läuft alles nach Plan, dürfte das Medikament, dem Blockbuster-Qualitäten zugebilligt werden, im Jahr 2012 auf den Markt kommen. Actelion hat aber noch zahlreiche weitere Produktkandidaten in Phase III und II, einige davon werden ebenfalls als Blockbuster-Kandidaten gehandelt. Somit dürfte das Unternehmen gut gerüstet sein, die Konkurrenz in Schach zu halten. Positiv zu werten ist außerdem die Genehmigung des Hauptumsatzträgers Tracleer für weitere Indikationen in der EU und der Schweiz, was den Druck durch das in diesem Jahr zugelassene Konkurrenzmittel Letairis von Gilead kompensieren dürfte. Aufgrund des außerordentlich guten Geschäftsverlaufs in den ersten sechs Monaten erhöhte Actelion zuletzt seine Prognosen für das Gesamtjahr. Demnach erwartet das Unternehmen Umsätze zwischen umgerechnet 768 und 792 Millionen Euro sowie ein Cash-EBIT im Bereich von 259 bis 277 Millionen Euro.

Positionieren!

Gelingt es Actelion, mit nur einem der vier potenziellen Blockbuster erfolgreich zu sein, dürfte die Aktie deutlichen Auftrieb erfahren. Weitere positive Testergebnisse aus der umfangreichen Produktpipeline dürfte den Wert ebenfalls beflügeln. Allein für das kommende Jahr werden bei zwei Phase-IIIMedikamenten abschließende Ergebnisse erwartet. Anleger sollten auf dem aktuellen Niveau eine erste Position aufbauen sowie eventuelle Kursrücksetzer zum Nachkauf nutzen.

Kursziel bei Actelion: 55,00 Euro. Stopp: 29,80 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 41/2007.

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| Marion Schlegel | 0 Kommentare

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