Geratherm
- Michael Schröder - Redakteur

Medizintechnik-Perle Geratherm: Explosive Depotbeimischung mit 70 Prozent Kurspotenzial

Mit einem soliden Stammgeschäft und wachstumsstarken neuen Geschäftsbereichen will Geratherm Medical kräftig durchstarten. Dass das ein durchaus vielversprechendes Erfolgsrezept ist, hat DER AKTIONÄR bereits mehrfach erklärt. Mit den Zahlen zum zweiten Quartal hat Vorstand Vorstandschef Gert Frank nun einige interessante Details preisgegeben.

Die Wurzeln von Geratherm Medical liegen in der medizinischen Temperaturmessung. So wird ein Großteil der Umsätze auch heute noch mit umweltfreundlichen Fieberthermometern mit Galliumfüllung sowie Blutdruckmessgeräten generiert. Das Segment „Diagnostik“ reflektiert derzeit rund 66 Prozent des Gesamtumsatzes – Tendenz fallend! Drei neue Geschäftsfelder dürften die Lücke aber mehr als füllen.

Allen voran der Bereich „Cardio“, in dem sich Geratherm auf innovative Lösungen zur Messung von Herzrhythmusstörungen, vor allem zur Detektion von Vorhofflimmern zur Schlaganfallprävention, konzentriert. Eine Studie belegt: Mit der Schlaganfall-Risiko-Analyse (SRA) der Geratherm-Tochter Apoplex (Anteil: 59,1 Prozent) kann innerhalb weniger Minuten ermittelt werden, ob ein Patient an Vorhofflimmern leidet. Der Arzt kann dann schnell eine effektive Therapie zur Senkung des Schlaganfallrisikos einleiten. Bislang angewandte Langzeit-EKGs decken lediglich akute Flimmerereignisse auf. Auch wenn die Umsätze hier mit rund 0,23 Millionen Euro noch verhältnismäßig klein sind, ist die Erwartungshaltung sehr groß.

Geratherm hat bei Apoplex zur finanziellen Stärkung zwei Prozent der Geschäftsanteile für rund 0,56 Millionen Euro an einen institutionellen Investor platziert. Auf Basis dieser Bewertung wäre Apoplex derzeit also rund 28 Millionen wert – der Anteil von Geratherm beläuft sich damit auf gut 16,5 Millionen Euro. Aber: In den Büchern steht Apoplex mit knapp 0,36 Millionen Euro. Der aktuelle Börsenwert von Geratherm liegt bei 38 Millionen Euro.

Außerdem steigt Wert der Tochter kontinuierlich an. Mit den Kooperationspartnern Dräger Medical und Philips Medical wird das SRA-System bereits installiert. Die Anzahl der angeschlossenen Schlaganfallzentren (Stroke-Zentren) erhöhte sich im letzten Jahr auf 42. Dieses Jahr will die Gesellschaft auf 100 kommen. Das Potenzial ist enorm. Allein in Deutschland gibt es rund 500 Stroke-Zentren und weltweit etwa 5.000, in denen die SRA-Systeme als Standardlösung eingesetzt werden könnten.

Aber auch das Geschäft mit Lungenfunktionsmessung („Respiratory“) ist deutlich angezogen, während der Bereich „Medizinische Wärmesysteme“ etwas rückläufig war. Dies wird sich jedoch in den nächsten Monaten durch einen Großauftrag aus Brasilien zum Positiven wenden. Geratherm hat einen Auftrag der brasilianischen Regierung mit ein Volumen von gut fünf Millionen Euro erhalten, der innerhalb der kommenden zwölf Monate abgearbeitet werden soll. Zum Vergleich: Im zweiten Quartal lagen die Umsätze im der gesamten Gesellschaft bei 8,87 Millionen Euro (Vorjahr: 8,7 Millionen Euro). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte um 77 Prozent 1,1 Millionen Euro zu. Unterm Strich blieb ein Überschuss von 0,7 Millionen Euro stehen. Das entspricht einem Zuwachs von 28,5 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreswert. Die Rückgänge im ersten Quartal konnten somit komplett kompensiert werden.

Neben der alternden Bevölkerung zählt die starke Nachfrage aus den Schwellenländern zu den Haupttreibern von Geratherm. Rund 81 Prozent aller Produkte werden exportiert. Einen konkreten Ausblick für 2014 blieb Vorstand Frank schuldig. Es spricht lediglich von einer „Fortsetzung der positiven Geschäftsentwicklung“. Zum alten Diagnostik-Geschäft kommt immer mehr höhermargiges Geschäft dazu. Bei konstant steigenden Umsätzen dürfte der Gewinn in den kommenden Jahren daher überproportional steigen. Damit wird Geratherm auch zum Übernahmeziel für einen großen Vertreter aus der Medizintechnik-Branche. Mit dem Sprung über die Marke von 8,50 Euro würde sich das Chartbild weiter aufhellen. Order sollten aber streng limitiert aufgegeben werden. Das mittelfristige Kursziel liegt bei 13 Euro.

 

Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR.

 

 

 

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