Medigene
- DER AKTIONÄR

Medigene übernimmt Wettbewerber

Medigene kauft den britischen Wettbewerber Avidex und erhält dadurch eine weitere Plattform zur Entwicklung neuer Arzneimittel gegen Krebs und Autoimmunkrankheiten. Den Kaufpreis in Höhe von rund 50 Millionen Euro zahlt Medigene durch die Ausgabe eigener Aktien. Durch die Übernahme werden die Hauptinvestoren von Avidex neue Großaktionäre des bayrischen Biotechnologie-Unternehmens.

Medigene kauft den britischen Wettbewerber Avidex und erhält dadurch eine weitere Plattform zur Entwicklung neuer Arzneimittel gegen Krebs und Autoimmunkrankheiten. Den Kaufpreis in Höhe von rund 50 Millionen Euro zahlt Medigene durch die Ausgabe eigener Aktien. Durch die Übernahme werden die Hauptinvestoren von Avidex neue Großaktionäre des bayrischen Biotechnologie-Unternehmens.

Avidex befindet sich derzeit noch im Entwicklungsstadium und generiert daher noch keine Umsätze. Das Hauptprodukt RhuDex(R) hat Analystenschätzungen zufolge ein Umsatzpotenzial von mehr als 1,5 Milliarden Euro pro Jahr. Das Präparat steht vor dem Beginn der klinischen Testphase IIa zur Behandlung von rheumatoider Arthritis. Insgesamt befinden sich damit sechs Medikamente von Medigene in der vorklinischen Entwicklungsphase.

Durch den Deal ändert sich die Aktionärsstruktur beim Martinsrieder Unternehmen. Nach Abschluss der Transaktion Mitte Oktober werden die Avidex-Anteilseigner insgesamt rund 28 Prozent an Medigene halten.

Um die weitere Finanzierung der von Avidex übernommenen Projekte zu sichern, hat Medigene gemäß einer Vereinbarung mit der Investmentbank Société Générale, folgende Option: Innerhalb von 18 Monaten kann das Unternehmen stufenweise bis zu zwei Millionen junge Aktien für einen marktnahen Preis an das Kreditinstitut verkaufen. Darüber hinaus wollen Avidex-Teilhaber drei Millionen Pfund zur Finanzierung der klinischen und vorklinischen Studien investieren.

Analysten zufolge bezahlt Medigene einen Preis, den das Unternehmen auch wert sei. Der Zukauf drückt aber auf die Erträge von Medigene: Die Firma senkte nach nur zwei Monaten erneut ihre Ergebnisprognose für 2006. Medigene erwartet nun einen operativen Verlust (EBIT) von rund 20 Millionen Euro. Bislang wurde ein Minus von 10 bis 15 Millionen Euro prognostiziert. Laut Finanzvorstand Alexander Dexne sei in den nächsten drei Jahren nicht mit einem ausgeglichenen Ergebnis zu rechnen. Am Umsatzziel für das Geschäftsjahr 2006 in Höhe von 20 bis 25 Millionen Euro halte das Unternehmen aber fest.

Fazit

Die Gewinnwarnung dürfte den Kurs kurzfristig belasten. Darüber hinaus ist die Aussage von Dexne, dass Medigene erst in vier Jahren Gewinne erwirtschaften wird, nicht gerade kurs-förderlich. Medigene ist zweifelsohne das deutsche Biotech-Unternehmen mit der aussichtsreichsten Produktpipeline, aufgrund des frühen Entwicklungsstadiums aber eher für Anleger geeignet, die Geduld mitbringen und auf entsprechende Erfolgsmeldungen warten können.

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