Kloeckner
- Marion Schlegel - Redakteurin

MDAX-Aktie Klöckner wackelt: Wird nun auch die Jahresprognose gekappt?

Ernüchterung bei Klöckner & Co: Der Stahlhandelskonzerns ist wegen eines neuerlichen Preisverfalls zu Jahresbeginn wieder tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich kam ein Verlust von 21 Millionen Euro zustande, wie die im MDAX notierte Gesellschaft am Donnerstag in Duisburg mitteilte. Vor einem Jahr stand ein Fehlbetrag von zwei Millionen Euro an dieser Stelle. Vor allem der überraschend starke Verfall der Stahlpreise in den USA und der durch die Aufwertung des Franken ausgelöste Druck auf die Preise im für das Unternehmen wichtigen Schweiz-Geschäft machten Klöckner nun zu schaffen. Analysten hatten bereits mit schwachen Quartalszahlen gerechnet.

Gewinn bricht ein

Angesichts des sich so deutlich verschlechterten Umfelds machte Vorstandschef Gisbert Rühl hinter die Jahresprognose ein dickes Fragezeichen. Das Ziel, das um die Kosten für ein neues Sparprogramm bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) 2015 zu steigern, erscheine nun sehr ambitioniert. Im ersten Quartal sackte das operative Ergebnis um fast zwei Drittel auf 17 Millionen Euro ab. Der Umsatz legte dagegen dank Zukäufen und des im Vergleich zum Dollar schwachen Euro um fast acht Prozent auf 1,7 Milliarden Euro zu. Die dünnen Margen fraßen diese Zuwächse aber wieder auf.

"Der Ergebnisrückgang ist zweifelsohne eine Enttäuschung", sagte Vorstandschef Rühl. Vor allem der unerwartet starke Verfall der Stahlpreise in den USA belastete die Geschäfte. Grund sind nach Branchenangaben hohe Importe etwa aus China. Die Duisburger mussten deshalb ihre Lagerbestände in Nordamerika abwerten. Zusätzlich setzte die Aufwertung des Schweizer Franken ihnen zu, weil das die Preise im für den Konzern wichtigen Schweiz-Geschäft verdarb. Hinzu kam der erneut schwächere Bausektor in Frankreich.
DER AKTIONÄR sieht weiterhin im MDAX klar bessere Werte als Klöckner und empfiehlt den Anlegern, nach wie vor an der Seitenlinie zu bleiben.

(Mit Material von dpa-AFX)

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