MBB Industries
- Michael Schröder - Redakteur

AKTIONÄR-Top-Empfehlung MBB: Feuer frei - Neubewertung läuft

Lange Zeit war es ruhig bei der MBB. Jetzt hat die Beteiligungsgesellschaft mit einem Zukauf in einem absoluten Wachstumsmarkt für Aufsehen gesorgt. Die Aktie steht vor einer Neuberwertung.

Er konnte seine gute Laune nicht verbergen. Kein Wunder: MBB-Vorstand Christof Nesemeier hatte vor Kurzem einen Kaufvertrag unterzeichnet, einen Abschluss, auf den er mit seinem Team lange hingearbeitet hat – und auf den die Investoren lange gewartet hat. Die familiengeführte Unternehmensgruppe, die etablierte Mittelstandsunternehmen sucht, die durch ein wettbewerbsfähiges Angebot, eine solide Finanzausstattung und ein ambitioniertes Management über ein hohes und langfristiges Wertsteigerungspotenzial verfügen, hat die Mehrheit an Aumann übernommen. Der führende Anlagenbauer für Spulenwickeltechnik und E-Mobilität wird den MBB-Ansprüchen mehr als gerecht. „Der Korken hat nun endgültig geknallt. Aumann ist vermutlich das beste Unternehmen, das wir je gekauft haben”, so Nesemeier im Gespräch mit dem AKTIONÄR.

Was macht Aumann so stark? Die Gesellschaft wird im laufenden Jahr rund 33 Millionen Euro Umsatz generieren, bei einer EBIT-Marge von knapp zehn Prozent. MBB hat sich einen Anteil von 75 Prozent gesichert und dabei dem Vernehmen nach nicht zu tief in die Tasche gegriffen. Man sei sich da auch schnell einig geworden, so Nesemeier. Nicht nur aufgrund der regional sehr engen Beziehung. Denn wie fast alle MBB-Beteiligungen kommt auch Aumann aus Ostwestfalen. „An jeder dritten Milchkanne in Ostwestfalen finden Sie nun ein MBB-Unternehmen”, so Nesemeier bei seiner Präsentation auf dem Eigenkapitalforum mit einem Augenzwinkern.

Aumann-Produkte werden in der Automobilindustrie im Umfeld von Elektromobilität und Elektrifizierung von Fahrzeugen eingesetzt, kommen aber auch bei Haushaltsgeräten, E-Bikes und in der Medizintechnik zum Einsatz. Namhafte Kunden wie Continental, Bosch und Miele nutzen die Anlagen von Aumann, um eine bestmögliche Energieeffizienz ihrer Produkte umzusetzen.

Ein absoluter Wachstumsmarkt. „In Zukunft werden Aumann und unsere MBB Fertigungstechnik gemeinsam der dynamisch steigenden Nachfrage in diesem Bereich begegnen“, so der Vorstand. „Es hat bereits erste Team-Besprechungen gegeben. Mit den Kapazitäten der MBB Fertigungstechnik kann die an ihre Grenzen gekommene Aumann daher ab sofort entlastet werden.“ Gemeinsam bilden die Unternehmen eine Anlagenbaugruppe mit Know-how in den Bereichen Wickeltechnik, Montagetechnik, Verbindungstechnik, Drahtlackierung und Werkzeugbau – mit einem Umsatz von 130 Millionen Euro an Standorten in Deutschland, China und den USA“, weiß der Firmenlenker. Die Synergien sind dabei enorm und sollten dazu beitragen, den Umsatz der MBB-Gruppe im kommenden Jahr auf über 300 Millionen Euro zu heben und das Ergebnis nachhaltig zu befeuern. der aktionär erwartet signifikantes Wachstum bei einer im Peergroup-Vergleich günstigen Bewertung.

Apropos Wachstum: Auch die übrigen Beteiligungen legen weiter planmäßig zu. Egal, ob Matratzenprofi CT Formpolster, IT-Dienstleister DTS, Servietten-Anbieter Hanke Tissue, Holzwerkstoff-Spezialist Delignit oder Chemie-Werkstoff-Anbieter OBO: „Wir sind überall auf Kurs“, bringt der Vorstand die Entwicklung auf den Punkt.

Mittelfristig dürfte sich Stand heute wenig daran ändern. MBB will die Umsätze von 255 Millionen Euro für 2015 bis zum Jahr 2020 auf 500 Millionen Euro verdoppeln. Bei der angestrebten EBITDA-Marge von über zehn Prozent würde das auf ein starkes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von mehr als 50 Millionen Euro hinauslaufen.
Ebenfalls positiv: Die MBB-Kriegskasse ist auch nach der Aumann-Akquisition weiter gut gefüllt und der Cashflow sprudelt. Ende September lag das Nettofinanzguthaben bei rund 20 Millionen Euro und die Eigenkapitalquote bei über 40 Prozent. „Mit unserer Bilanz könnten wir noch zwei weitere Aumänner kaufen”, so Nesemeier.

Nach der Übernahme steht die MBB-Aktie vor einer Neubewertung. Im Anschluss an das Eigenkapitalforum haben die ersten Schnäppchenjäger die Aktie bereits für sich entdeckt. Angesichts der günstigen Bewertung und der enormen Wachstumsaussichten dürfte dies aber erst der Beginn einer nachhaltigen Aufwärtsbewegung sein, bei der sich die Kursziele der Analysten im Bereich um 30 Euro als zu konservativ erweisen dürften. Das würde der guten Laune von Nesemeier sicher keinen Abbruch tun – im Gegenteil!

 


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