Gold
- Jochen Kauper - Redakteur

Marktexperte Andreas Paciorek „Der Ernst der Lage verhilft Gold zum Comeback“

Lange verschmäht und selbst in seiner traditionellen Funktion als sichererer Hafen in Zweifel gezogen, erlebt das Gold aktuell ein Comeback, welches auch von charttechnischer Seite unterstützt wird. „Zum Jahreswechsel noch wurde es sehr ruhig um das Thema Gold. Selbst hartgesottene Fans des Edelmetalls wollten sich kaum noch dem Abgesang entgegenstellen. Zu sehr enttäuschte die Performance trotz der Faktoren, die den Goldpreis eigentlich stützen sollten. Nun aber kommt das Gold mit einem Anstieg auf ein 9-Monats-Hoch plötzlich wieder zurück auf das Radar der Anleger“, sagt Andreas Paciorek von CMC Markets.

Viel Unsicherheit im Markt

Beim Kursrutsch an den Börsen im August vergangenen Jahres stabilisierte noch die stark verbreitete Hoffnung auf weitere Liquiditätsmaßnahmen der Notenbanken die Märkte. „Die nun aber mehr und mehr verpuffende Wirkung der jüngst eingeleiteten und angekündigten Maßnahmen verfestigt die Unsicherheit im Markt. Wenn selbst zusätzliche Geldgeschenke der Notenbanken die Aktienkurse nicht mehr steigen lassen, dann bleibt nur noch der Blick auf die Fundamentaldaten. Und da lässt mit zunehmenden Konjunktursorgen und enttäuschenden Quartalsbilanzen der Kaufanreiz für Aktien bei den Investoren merklich nach“, ergänzt Paciorek.

Auch die Antizipation eines weiter steigenden US-Dollar schreckte die Anleger bislang davor zurück, tatsächlich wieder ins Gold zu investieren. „Ein starker Greenback wirkt belastend auf den Goldpreis. Diese Korrelation lässt nun allerdings merklich nach. Der Ausbruch des Euro aus seinem Abwärtstrend von 2014 gegen den US-Dollar sowie der Ausbruch des Dollar-Yen-Wechselkurses aus einer massiven Schulter-Kopf-Schulter-Formation erhöhen nun den Spielraum für eine weitere Schwäche des US-Dollar“, sagt der Experte.

Ziel 1.300 Dollar

Aktuell rechnet kaum ein Marktteilnehmer noch damit, dass sich die US-Notenbank weiterhin auf Kurs von vier Zinsanhebungen in diesem Jahr befindet. „Vielmehr muss sie nun die Zinswende verteidigen, just als die Dynamik nicht nur in der US-Wirtschaft sondern global zunehmend schwächer zu werden droht. Die Fed dürfte wohl kaum mit weiteren Zinsschritten ein Abwürgen der Konjunktur beziehungsweise eine noch größere Unsicherheit an den Finanzmärkten riskieren wollen. Einer weiteren Dollar-Aufwertung setzt dies für eine Weile den Deckel auf. Aus technischer Sicht befindet sich der Goldpreis jetzt am Hoch aus dem Mai 2015. Kann das aktuelle Niveau verteidigt werden, wäre der Weg zum 2015er Hoch bei 1.300 US-Dollar frei“, lautet das Fazit von Andreas Paciorek.

 

 

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Markus Bußler | 0 Kommentare

Goldexperte Bußler: Der Beginn von etwas Großem

Der Brexit hat die Konsolidierung von Gold beendet. Das Edelmetall strebt wieder nach oben. Widerstände werden aus dem Markt genommen. Und auch Silber kann heute aus der Konsolidierung nach oben ausbrechen. „Wir sehen das klassische Muster eines Bullenmarktes“, sagt Markus Bußler. mehr
| Markus Bußler | 0 Kommentare

Gold + Silber: Steigen Sie ein!

Gold und Silber scharren bereits im frühen Handel mit den Hufen. Der Goldpreis hat gestern intraday sein Ausbruchsniveau bei 1.308 Dollar getestet und anschließend wieder leicht nach oben gedreht. Heute sehen wir Anschlusskäufe. Bei Silber scheint gerade der Ausbruch Gestalt anzunehmen. Die … mehr
| Markus Bußler | 0 Kommentare

Gold: Chaos-Tage oder Kaufchance?

Bleiben die Briten oder gehen sie? Diese Frage hat den Goldmarkt derzeit fest im Griff. Heute stimmen die Briten über den Brexit ab. Ein Ergebnis wird es wohl erst am frühen Morgen unserer Zeit geben. Doch blickt man auf den Markt, dann gehen wohl viele Teilnehmer davon aus, dass der Brexit … mehr
| Markus Bußler | 0 Kommentare

Goldexperte Bußler: Kommt eine riesige Kaufchance?

Der Goldpreis ist derzeit im Bann des Brexits. Da die meisten Marktteilnehmer mittlerweile von einem Verbleib der Briten in der EU ausgehen, ist das Edelmetall als sicherer Hafen derzeit wenig gefragt. Entsprechend fällt die Notierung seit drei Tagen. „Es gibt aber Hoffnung für Goldanleger“, sagt … mehr
| Markus Bußler | 0 Kommentare

Gold: Wochenauftakt vermasselt

Der Goldpreis startet schwächer in die Woche. Nachdem das Edelmetall am Freitag noch eine Rallye auf das Parkett gelegt hat, geht es heute deutlich bergab. Die Marke von 1.300 Dollar konnte erneut nicht überschritten werden. Neue Umfragen in Großbritannien, die einen Verbleib der Briten in der EU … mehr