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ManU zum Geburtstag?

Roman Abramowitsch wurde im Westen vor allem als Besitzer des FC Chelsea bekannt. Das Buch "Der Milliardär aus dem Nichts" erzählt seine Geschichte. Lesenswert!

Roman Abramowitsch wurde im Westen vor allem als Besitzer des FC Chelsea bekannt. Das Buch "Der Milliardär aus dem Nichts" erzählt seine Geschichte. Lesenswert!

Von Sebastian Grebe

Ein Chauffeur unterhält sich mit einem kleinen Jungen und fragt ihn, ob er einmal Fußballprofi werden will. "Nein, ich glaube nicht, dass ich gut genug wäre", antwortet der Zwölfjährige, "aber mein Vater sagt, dass er mir vielleicht Manchester United zum 18. Geburtstag schenkt."

Diese Szene stammt aus dem Buch "Der Milliardär aus dem Nichts". Der Name des Jungen im Fonds der Limousine lautet Arkadi Abramowitsch. Sein Vater Roman hat Milliarden im Ölgeschäft verdient und gilt als reichster Russe überhaupt. Fußballfans ist er vor allem als der Mann bekannt, der als neuer Besitzer den FC Chelsea durch Spielereinkäufe im dreistelligen Millionenbereich zu einer europäischen Spitzenmannschaft machte.

Von der Provinz...

"Der Milliardär aus dem Nichts" beleuchtet Abramowitschs Weg zu Reichtum und Macht. Zunächst porträtieren die Autoren Kindheit und Jugend des Jungen, der in der kleinen Stadt Uchta als Vollwaise aufwächst. Schon bald verlagert sich die Handlung jedoch nach Moskau, wo Abramowitsch in kurzer Zeit über zwanzig verschiedene Firmen gründet. Die ersten großen Gewinne macht er im Handel mit Öl.

...in die weite Welt

Die Eintrittskarte in den Club der Superreichen löst Abramowitsch in der Epoche des "russischen Chaoskapitalismus" der neunziger Jahre. Im Jahr 1995 beginnt der damalige Präsident Boris Jelzin mit dem Programm "Kredite gegen Aktien". Dieses ermöglicht einer Gruppe vermögender Russen - den so genannten "Oligarchen" - den Erwerb von großen Teilen der russischen Rohstoffindustrie zu Schleuderpreisen. Die Autoren beschreiben, wie Abramowitsch gemeinsam mit seinem Partner Boris Beresowski das gigantische Erdölkombinat Sibneft für weniger als 200 Millionen Dollar in seinen Besitz bringt. Einige Jahre später beziffert sich der Wert des Unternehmens auf 15 Milliarden Dollar.

Kluger Taktiker

Roman Abramowitsch unterscheidet sich von seinen "Oligarchen-Kollegen" aus der Jelzin-Ära vor allem durch eines: Er verfügt auch unter Präsident Putin nach wie vor über beste Beziehungen zum Kreml - andere mussten auswandern oder sitzen im Gefängnis. Die Autoren portraitieren Abramowitsch als einen klugen Taktiker, bei dem letzten Endes sogar der Erwerb eines Fußballklubs und die damit verbundene internationale Prominenz einen tieferen Sinn haben könnte. So wird ein anderer "Oligarch" mit den Worten zitiert: "Es (Chelsea) ist die billigste Versicherungspolice der Geschichte." Auch die Autoren fragen sich: "Welcher (englische) Premierminister wäre mutig genug, ihm kein Asyl zu gewähren, wenn es zu einer Attacke durch Putin käme?"

Lesenswert!

"Der Milliardär aus dem Nichts" beleuchtet die Epoche des russischen Chaoskapitalismus anhand der Biographie eines seiner Protagonisten. Für Anleger naturgemäß besonders interessant: Was geschah hinter den Kulissen des russischen Aktienmarktes in den neunziger Jahren? Es finden sich viele Antworten - allesamt sehr lehrreich und allesamt etwas erschreckend.

"Der Milliardär aus dem Nichts" beleuchtet die Epoche des russischen Chaoskapitalismus anhand der Biographie eines seiner Protagonisten. Für Anleger naturgemäß besonders interessant: Was geschah hinter den Kulissen des russischen Aktienmarktes in den neunziger Jahren? Es finden sich viele Antworten - allesamt sehr lehrreich und allesamt etwas erschreckend.

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