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- DER AKTIONÄR

Mann gegen Mann

Guy Wyser-Pratte ist wieder da. Und der amerikanische Investor hat Wut im Bauch. „Ich komme nicht zu einem Freundschaftsbesuch“, sagt er. Der berüchtigte Investor hat es auf TUI-Chef Michael Frenzel abgesehen.

Der berüchtigte Investor Guy Wyser-Pratte hat es auf TUI-Chef Michael Frenzel abgesehen.

Guy Wyser-Pratte ist wieder da. Und der amerikanische Investor hat Wut im Bauch. "Ich komme nicht zu einem Freundschaftsbesuch", sagt er. "TUI-Chef Michael Frenzel muss gehen." Außerdem will er den Konzern aufspalten. Damit spricht Wyser-Pratte den Anlegern offenbar aus der Seele: Die TUI-Aktie gehörte in der vergangenen Woche zu den großen Gewinnern im DAX.

Der Schrecken der Vorstände

Wyser-Pratte ist nicht irgendwer. Der 67-Jährige, der bei den Marines gedient hat und heute noch gerne militärische Ausdrücke benutzt, hat mit Unternehmensbeteiligungen ein Vermögen gemacht. Wenn er auftaucht, sollten die Manager gewarnt sein. Meistens erwirbt er nur ein kleines Aktienpaket, sucht sich Verbündete, schlägt viel Krach in der Presse und erhöht den Druck auf den Vorstand. Oft hat die Strategie funktioniert. Bei KUKA und Vossloh etwa kann man ein Lied davon singen.

Schwache Leistung

Wyser-Pratte wirft dem TUI-Chef Michael Frenzel vor, er habe massives Missmanagement betrieben. "Es gibt keine vernünftige Strategie, keine Transparenz und keine Leistung", kritisiert der Investor. TUI liege immer unter dem Durchschnitt.In der Tat hat sich die TUI-Aktie relativ schwach entwickelt: Während sich der DAX in den vergangenen fünf Jahren verdreifacht hat, hat das TUI-Papier nur um 33 Prozent zugelegt. Deswegen fordern neben Wyser-Pratte auch verschiedene Experten eine Aufspaltung des Konzerns, da TUI in seinen Einzelteilen mehr wert wäre und sich besser entfalten könnte. Nach Informationen des aktionärs wird Hapag-Lloyd, die Schifffahrtssparte des TUI-Konzerns, in Branchenkreisen mit 4,4 Milliarden Euro bewertet - das entspricht derzeit 88 Prozent der aktuellen Marktkapitalisierung von TUI. Ein Verbündeter für Wyser-Pratte könnte John Fredriksen werden. Dem norwegischen Großreeder, der fünf Prozent an TUI hält, wird ebenfalls Interesse an einer Abspaltung der Schifffahrt nachgesagt.

Sollte Hapag-Lloyd verkauft werden, wäre TUI auf einen Schlag schuldenfrei. Dann könnte sich die Gesellschaft ganz auf das Touristikgeschäft konzentrieren, das sich offenbar erfreulich entwickelt. Sowohl die Buchungen für die kommende Winter- als auch für die Sommersaison sind positiv, so der Konzern. TUI hatte die Tourismussparte vor Kurzem mit dem britischen First Choice fusioniert. An dem neuen Unternehmen TUI Travel hält TUI 51 Prozent.

Fazit

Guy Wyser-Prattes Einstieg könnte ein Segen für die TUI-Aktie sein. Sollte es ihm gelingen, Frenzel aus dem Amt zu drängen und den Konzern aufzuspalten, dürfte die Aktie durchstarten. Allerdings ist Frenzel ein zäher Gegner, einfach wird das Unterfangen mit Sicherheit nicht. Wer Wyser-Pratte vertraut, baut eine erste Position auf und stockt bei steigenden Erfolgsaussichten auf.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 41/2007.

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