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- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Manchester-United-Papier verliert gegen BVB-Aktie

Anpfiff zum Aktienhandel der ManU-Aktie. Doch gleich zu Beginn des Börsenganges ist die Aktie des englischen Traditionsklubs in der Defensive. Das Papier ist deutlich höher bewertet als die günstige BVB-Aktie.

Die Karten für einen Platz im Vereinsstadion Old Trafford sind heiß begehrt - die Aktien des Klubs sind es nicht. Das IPO an der New York Stock Exchange am 9. August begann bereits mit einem Rückschlag - statt der erhofften 20 Dollar wurden die Papiere mangels Nachfrage nur zu 14 Dollar platziert. Doch selbst dieses Niveau ist nur optisch günstig. Die Marktkapitalisierung des weltweit bekannten Klubs liegt immer noch bei knapp drei Milliarden Euro. Damit ist Manchester United etwa 20-mal so hoch wie Dortmund und 180-mal so hoch wie der im 2011 beendeten Geschäftsjahr angefallene Nettogewinn bewertet.

Das historisch hohe KGV ist nicht das einzige Problem. Im Zuge der 2005 erfolgten Machtübernahme durch den US-Milliardär Malcolm Glazer zu einer Bewertung von rund einer Milliarde Euro wurden dem Fußballklub Schulden von etwa einer halben Milliarde Euro aufgeladen.

Strittige Geschäfte

Die Verbindlichkeiten waren durch die Presse schon im Vorfeld des IPOs negativ beurteilt worden. So hatte ein Mitglied der Familie Glazer mit Anleihen des Klubs eine höhere Rendite erzielt, als ein anderes Mitglied für einen von Manchester United erhaltenen Kredit an Zinsen bezahlen musste.

Auch am Börsengang verdient die Familie Glazer durch den Verkauf von 8,3 Millionen Aktien direkt mit. Durch die Ausgabe der gleichen Anzahl an Anteilen fließen dem Club selbst immerhin rund 90 Millionen Euro zu.

Neuer Stürmer

Ein Teil des Emissionserlöses wurde kurz nach dem Börsengang bereits investiert. Manchester United - letztes Jahr im Meisterschaftskampf hinter Manchester City zurückgeblieben - kauft von Arsenal den niederländischen Stürmer Robin van Persie. Ablöse 29 Millionen Euro, wöchentliches Gehalt 0,25 Millionen Euro.

Solch fürstliche Gehälter kann sich der Traditionsklub nur leisten, da in England extrem hohe TV- und Sponsoreneinnahmen erzielt werden. So wurde nun bekannt, dass Chevrolet ab 2014 jährlich rund 56 Millionen Euro an Manchester United überweist. Zum Vergleich: T-Online ist die Rolle als Hauptsponsor bei Bayern München „nur" 20 Millionen wert.

Schlechte Aufstellung

Fußball-Aktien sind schon per se mit Vorsicht zu genießen. Aufgrund der hohen Bewertung, des umstrittenen Großaktionärs und des zuletzt mauen sportlichen Erfolges sollte die ManU-Aktie per CFD geshortet oder zumindest gemieden werden.

Dieser Artikel ist in der AKTIONÄR-Ausgabe 35/2012 erschienen. Während die BVB-Aktie zum Kauf empfohlen wurde, war Manchester United der „Short der Woche".

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| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

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