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- Thomas Bergmann - Redakteur

MAN-Aktie haussiert: VW will Beherrschungsvertrag

Die MAN-Aktie hat gestern in Frankfurt auf dem höchsten Stand seit Mai 2012 geschlossen. Kurz vor Handelsschluss hatte die Konzernmutter Volkswagen gemeldet, dass sie einen Beherrschungsvertrag anstrebt. Der Höhenflug der MAN-Aktie sollte deshalb noch anhalten.

Der Volkswagen-Konzern strebt den Abschluss eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags mit dem Lkw- und Maschinenbauer MAN an. Dazu würden Gespräche mit dem Vorstand aufgenommen, teilte VW am Mittwoch in Wolfsburg mit. Dies sei ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Schaffung eines integrierten Nutzfahrzeugkonzerns. Volkswagen hält bereits 75,03 Prozent bei MAN.

Einfachere Zusammenarbeit

Mit dem Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag werde eine verstärkte und vereinfachte Zusammenarbeit zwischen Volkswagen und MAN angestrebt und damit die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit beider Unternehmen. Einen solchen Vertrag hat VW auch mit Audi abgeschlossen. Damit kann der Autokonzern auch für das Unternehmen nachteilige Entscheidungen im Interesses des Konzernvorteils insgesamt durchsetzen. Dafür reichen 75 Prozent der anwesenden Stimmen auf der Hauptversammlung.

Die Wolfsburger bekräftigten, dass die Geschäftstätigkeit von MAN unter Beibehaltung der markenspezifischen Eigenschaften und Geschäftsfelder im Volkswagen-Konzern fortgeführt werde. Zudem respektiere Volkswagen die Arbeitnehmerrechte in vollem Umfang.

Rein technisch betrachtet hat die Aktie mit dem Anstieg auf 89 Euro in Frankfurt ein neues starkes Kaufsignal generiert. Die VW-Tochter hätte jetzt theoretisch Luft bis zum Allzeithoch bei 103 Euro.

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Teilgewinne realisieren

Der Beherrschungsvertrag ist die logische Konsequenz der Entwicklung in den letzten Monaten und kommt daher nicht überraschend. Einige Anleger dürften nach dem starken Anstieg Kasse machen, zumal die Kursziele der Analysten nicht weit über 90 Euro hinausreichen. Wer investiert ist, sollte einen Teil der Gewinne realisieren und den Rest mit einem Stopp unterhalb von 80 Euro laufen lassen.

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