Aurelius
- DER AKTIONÄR

Mach’s vor, mach’s nach, mach’s besser

Die Münchener Beteiligungsgesellschaft Aurelius befindet sich mit einem bewährten Geschäftsmodell auf Erfolgskurs. Die Aktie des Konkurenten Arques stand 2004 bei rund sechs Euro und notiert aktuell mehr als fünfmal so hoch – eine Entwicklung, die Aurelius noch vor sich hat?

Die Münchener Beteiligungsgesellschaft Aurelius befindet sich mit einem bewährten Geschäftsmodell auf Erfolgskurs.

Von der Entwicklung her stehen wir da, wo Arques 2004 war“, so der Vorstandsvorsitzende der Münchener Beteiligungsgesellschaft Aurelius, Dr. Dirk Markus im Gespräch mit dem AKTIONÄR. Die Aktie des Konkurenten Arques stand 2004 bei rund sechs Euro und notiert aktuell mehr als fünfmal so hoch – eine Entwicklung, die Aurelius noch vor sich hat?

Erfahrenes Management

Aurelius-Chef Markus weiß, wovon er spricht: Er hat Arques mit aufgebaut. Mit Aurelius verfolgt er eine ähnliche Strategie: den mehrheitlichen Kauf und die Restrukturierung von Firmen, die sich in Umbruchsituationen befinden. In der Regel sind das Unternehmen, die als Teil großer Konzerne oder im Rahmen der Nachfolgeregelung vernachlässigt werden. Der Anlagehorizont von Aurelius ist mittel- bis langfristig ausgelegt. „Man braucht 9 bis 18 Monate, um eine Gesellschaft neu auszurichten, und dann noch mal drei bis sechs Quartale, um zu zeigen, dass die Neuausrichtung erfolgreich war“, erklärt Markus. Ein Weiterverkauf erfolgt daher frühestens nach drei Jahren, eher später.

Erfolg liegt im Einkauf

Der Erfolg liegt jedoch nicht im Exit, sondern im günstigen Einkauf. „Der Kaufpreis soll innerhalb von sechs bis neun Monaten durch das operative Geschäft, die Optimierung des Umlaufvermögens und kurzfristige Profite wieder zurückgeflossen sein“, verrät Markus über seine Einkaufspolitik. Ein Musterbeispiel ist etwa die ehemalige Deutsche-Post-Tochter GHotel. Für einen Euro im September 2006 gekauft, macht die Hotel- und Appartementkette in diesem Jahr 2,5 Millionen Euro Gewinn.

Mit dem Kauf der Hemdenmarke Einhorn durch die Übernahme der Zeeb & Hornung GmbH und dem Erwerb der Daimler-Tochter Westfalia hat Aurelius das Beteiligungsportfolio um zwei Traditionsunternehmen auf elf Firmen ausgebaut. Bei Einhorn ist 2007 zwar noch eine „rote Null“ zu erwarten, mittelfristig erwartet der Aurelius-Chef operative Margen von fünf bis acht Prozent. Bei 25 Millionen Euro Umsatz dürften ein bis zwei Millionen Euro Profit zu erwarten sein. Ebenso zuversichtlich ist er beim Wohnmobilhersteller Westfalia. Ausgehend von 50 Millionen Euro Umsatz und einer „schwarzen Null“ 2007 soll in zwei Jahren eine operative Marge von zehn Prozent eingefahren werden.

Fazit

2007 werden bei Aurelius rund 300 Millionen Euro durch die Bücher gehen, wobei der Gewinn laut Markus bei 45 bis 50 Millionen Euro liegen soll. Das 2007er-KGV beläuft sich somit auf günstige 7. Eine bis zwei weitere Beteiligungen sind noch für dieses Jahr, sieben bis neun im nächsten geplant – für weitere Fantasie sollte gesorgt sein. Mit Arques vorgemacht, mit Aurelius nachgemacht – eine noch bessere Erfolgsstory ist nicht ausgeschlossen.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 46/2007.

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| Markus Horntrich | 0 Kommentare

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