Lynas Corporation
- Markus Bußler - Redakteur

Lynas: Kein Ende des Schreckens

Es steht nicht gut um den australischen Rohstoffkonzern Lynas. Die Betriebserlaubnis für die Seltene-Erde-Produktionsanlage auf Malaysia liegt noch immer nicht vor – noch schlimmer: Derzeit kann niemand sagen, wann sie erteilt wird. Die Analysten senken reihenweise die Daumen. Jetzt droht auch noch eine Kapitalerhöhung.

Mit vielen Vorschusslorbeeren ist der australische Rohstoffkonzern Lynas vor einigen Jahren bedacht worden. Mit Seltenen Erden wollten die Australier viel Geld verdienen. Das in Australien geförderte Erz sollte in einer Produktionsanlage auf Malaysia weiterverarbeitet werden. Ein Vorsprung vor den Wettbewerbern war Lynas sicher. Manch einer frohlockte schon: Das chinesische Quasi-Monopol bei Seltenen Erden könnte von Lynas durchbrochen werden. Und tatsächlich: Die Produktionsanlage ist quasi fertig. Nur die Genehmigung, die eigentlich bereits erteilt war, will sich nicht bei Lynas einfinden. Und so sitzt der Konzern derzeit zwischen allen Stühlen.


Das Geld wird knapp

Die Anlage auf Malaysia ist längst zum Politikum geworden. Die Opposition schürt die Angst der Bevölkerung vor radioaktiven Hinterlassenschaften, die bei der Produktion von Seltenen Erden anfallen können. Die Regierung wiederum fürchtet offensichtlich einen Machtverlust, schließlich stehen die nächsten Wahlen vor der Tür. Bis dahin, so meint mancher Experte, wird es wohl keine Genehmigung geben. Die Hängepartie geht weiter. Und Lynas geht so langsam das Geld aus.  

Bis zu dem ersten Cashflow könnte Lynas noch Kapital in Höhe von 150 Millionen Australische Dollar benötigen, meint Chris Terry, Analyste bei der Deutschen Bank Securities. Damit könnten über dem Plan liegende Kosten der Phase 2 abgedeckt werden. Eine Kapitalerhöhung sei daher möglich. Er hat die Aktie drastisch zurückgestuft. Von „Buy" auf „Sell". Das Kursziel hat sich von 1,25 auf 0,50 Australische Dollar reduziert. Er geht davon aus, dass die vorläufige Betriebserlaubnis frühestens im November erteilt wird.

DER AKTIONÄR hatte Anlegern zuletzt geraten - auch wenn sich mittlerweile Verluste angehäuft haben - die Reißleine zu ziehen. Sollte es tatsächlich zu einer Kapitalerhöhung kommen, könnte der Kurs noch weiter unter Druck geraten. Derzeit ist nicht absehbar, wann die vorläufige Betriebserlaubnis erteilt wird. Und sollte die Opposition bei den Wahlen wirklich an die Macht kommen, könnte es für Lynas noch schwieriger werden. Anleger sollten die Aktie im Moment meiden.

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