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- Werner Sperber - Redakteur

LVMH und Getgoods.de im Blick der Anleger; Börsenwelt Presseschau II

Platow Derivate gönnt sich den Luxus einer Spekulation auf LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton. Die Prior Börse setzt darauf, dass es bei Getgoods.de gut geht. Zudem gibt es Änderungen in einem Musterdepot.


Börsenwelt Presseschau: Die Experten von Platow Derivate erinnern an die Gewinnwarnung des Luxusgüter-Konzerns Burberry unter der auch der Aktienkurs von LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton gelitten hat. Auf lange Sicht ist die Wertentwicklung von LVMH-Papieren allerdings überdurchschnittlich gut, was auch an dem sehr gut laufenden Geschäft des französischen Unternehmens liegt. Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres erlöste der weltumsatzstärkste Luxuswarenhersteller 26 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Gewinn stieg um 28 Prozent. Obwohl die Nachfrage auch im Luxusgüter-Geschäft sinkt, ist der Vorstand von LVMH für das Gesamtjahr optimistisch, denn das Unternehmen soll in allen wichtigen Märkten weiter Marktanteile gewinnen. Der Aktienkurs konsolidiert allerdings bereits seit Ende des Jahres 2010 einen steilen Kursanstieg. Seit dem Hoch von März bei knapp 137 Euro korrigierte die Notierung bis zum 61,8-Prozent-Retracements und spätestens bei dem jüngsten relativen Tief bei 111 Euro begann eine neue Aufwärtsbewegung. Risikobereite Anleger sollten deshalb den endlos laufenden Call-Optionsschein (WKN DE8 7EJ) der Deutschen Bank auf LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton kaufen. Der Schein ist mit einem Basispreis bei 90,69 Euro, einer Totalverlust-Schwelle bei 95,20 Euro und einem Hebel von derzeit 4,0 ausgestattet. Der Stoppkurs sollte bei 1,93 Euro gesetzt werden, was einem Aktienkurs von etwa 110 Euro entspricht.

Änderungen in einem Musterdepot von Platow Derivate:

Im Derivate-Musterportfolio sind die 800 Short-Zertifikate (WKN CT7 XXU) auf die Hugo Boss AG mit einem Verlust von acht Prozent zu 1,35 Euro ausgestoppt worden. Dafür haben die Verantwortlichen 310 Call-Optionsscheine (WKN DE8 7EJ) auf LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton zu 2,96 Euro (Stoppkurs bei 1,93 Euro) eingebucht, 750 Call-Optionsscheine (WKN DZB 2HD) auf ENI zu 2,15 Euro (Stoppkurs bei 1,50 Euro) und 110 Long-Zertifikate (WKN AA5 ZRY) auf Palladium zu 17,19 Euro (Stoppkurs bei 12,25 Euro). Nun möchten sie noch weitere 520 Calls auf LVMH zu höchstens 2,56 Euro aufnehmen und ebenfalls bei 1,93 Euro absichern.


Die Prior Börse: Eine Spekulation wert   

Die Getgoods.de AG wächst rasant und profitabel. Im Jahr 2009 setzte das Online-Handelsunternehmen rund 30 Millionen Euro um und erwirtschaftete schon einen Gewinn. Im laufenden Jahr sollen mehr als 400 Millionen Euro erlöst und etwa sieben Millionen Euro verdient werden. Der Börsenwert des Unternehmens beträgt dagegen nach Angaben der Experten der Prior Börse bei einem Aktienkurs von 2,80 Euro nur 29 Millionen Euro. Unternehmensgründer und Vorstand Markus Rockstädt-Mies erwartet im nächsten Jahr Umsätze von 500 Millionen Euro und einen Gewinn von zehn Millionen Euro. Das entspräche nach der Rechnung der Experten einem KGV von 4. Mittelfristig möchte Rockstädt-Mies die operative Marge auf vier bis fünf Prozent verdoppeln. Die Kosten sind niedrig: Die Miete am Firmensitz in Frankfurt an der Oder beträgt nur 2,40 Euro je Quadratmeter und auch der Personalaufwand ist so niedrig, dass sich der Bau eines vollautomatisches Logistikzentrums nicht lohne. Getgoods.de verkauft hauptsächlich Mobiltelefone und Computer, aber auch Waschmaschinen, Kühlschränke, Fotoapparate oder Fernseher. Es scheinen Gespräche mit stationären Handelsunternehmen wie etwa dem Media Markt über eine Übernahme geführt worden zu sein. Allerdings dürften sie an zu unterschiedlichen Preisvorstellungen gescheitert sein. Rockstädt-Mies begründet die seiner Meinung nach Unterbewertung der Anteile mit der vergleichsweise geringen Aktienzahl, die sich im freien Umlauf befindet. 73 Prozent der Anteile hält das Management. Eine andere Ursache dürfte der niedrige Bekanntheitsgrad des Unternehmens sein. Getgoods.de gibt bis zum Freitag, 12. Oktober, eine Anleihe im Volumen von bis zu 30 Millionen Euro aus, um die weitere Expansion zu finanzieren. Das Unternehmen bietet dafür einen Zinskupon von knapp acht Prozent. Creditreform beurteilt die Anleihe mit dem Investmentgrade BBB-. Mit dem Geld möchte Rockstädt-Mies vor allem das Sortiment von derzeit mehr als 30.000 auf bis zu 80.000 Produkte ausweiten. Zudem dürfte früher oder später das Kapital erhöht werden, wobei der Vorstand derzeit die Aktienanzahl um bis zu sieben Millionen Stück, also um bis zu 50 Prozent erhöhen darf. Die Analysten des Bankhauses Hauck & Aufhäuser empfehlen die Aktie zum Kauf und geben das Kursziel mit erstaunlichen zehn Euro an.

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