CIA DE MIN. BUEN....
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Lust auf Lima

Wer in der vergangenen Monaten das Börsenwetter im AKTIONÄR verfolgt hat, der weiß es längst: An Perus Aktienmarkt geht die Post ab. Seit Jahresbeginn hat sich der peruanische Leitindex Lima General deutlich mehr als verdoppelt. Auch in dieser Woche führt das Börsenbarometer die Liste der weltbesten Indizes mit großem Abstand an.

Perus Aktienmarkt schlägt die wichtigsten Leitindizes der Welt. Anleger können noch auf den Siegeszug aufspringen.

Wer in der vergangenen Monaten das Börsenwetter im AKTIONÄR verfolgt hat, der weiß es längst: An Perus Aktienmarkt geht die Post ab. Seit Jahresbeginn hat sich der peruanische Leitindex Lima General deutlich mehr als verdoppelt. Auch in dieser Woche führt das Börsenbarometer die Liste der weltbesten Indizes mit großem Abstand an. Peru profitiert vor allem vom weltweiten Hunger nach Rohstoffen. Der Bergbau ist einer der wichtigsten Industriezweige im Land, das über reichlich Bodenschätze verfügt. Die Andenrepublik ist der weltgrößte Produzent von Silber und Zinn, drittgrößter Anbieter von Zink, Nummer 4 bei Kupfer und Nummer 5 bei Gold. Mehr als die Hälfte des Aktienhandels an der Börse in der Hauptstadt Lima entfällt auf Bergbau-Papiere.

Der politische und gesamtwirtschaftliche Rahmen Perus spricht ebenfalls für sich. Alejandro Toledo, Staatspräsident bis Mitte dieses Jahres, hat den Schuldenanteil am Bruttoinlandsprodukt von nahezu der Hälfte auf 38 Prozent gesenkt. Unterstützt von den erhöhten Einnahmen durch die Rohstoffrallye konnte Peru die Verbindlichkeiten gegenüber dem „Pariser Club“, einem internationalen Gremium für Länder, die ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen können, vorzeitig tilgen. Seit den Wahlen im Juni ist die politische Nachfolge geklärt und zum zweiten Mal Alan García Pérez an der Macht. Er hat ein Land mit hohem Wirtschaftswachstum im Vergleich zu den Zuwachsraten satter Industrienationen übernommen. Die Inflationsrate für das laufende Jahr schätzen Wirtschaftsinstitute auf etwas mehr als zwei Prozent. Im Südamerikavergleich zählt Peru damit zur Spitze.

Aktien mit Seltenheitswert

Bei dem Einstieg in den peruanischen Aktienmarkt ergibt sich allerdings ein Problem: Die wenigsten Wertpapiere sind in Deutschland handelbar. Mit dabei ist der Bergbauriese Compania (Cia) de Minas Buenaventura, der weltweit sechstgrößte Goldförderer und Anbieter weiterer Rohstoffe wie Silber und Kupfer. In Deutschland können Anleger so genannte ADRs des Unternehmens kaufen, Hinterlegungsscheine, die stellvertretend für die Original-Aktie gehandelt werden. Dank der Rohstoffrallye hat Cia de Minas Buenaventura allein im zweiten Quartal einen Umsatzzuwachs von 91 Prozent auf rund 169 Millionen Dollar verbucht. Der Nettogewinn ist um 79 Prozent auf gut 138 Millionen Dollar angewachsen und hat die Erwartungen von Analysten deutlich übertroffen. Für die zweite Jahreshälfte rechnet Konzernchef Roque Benavides im Geschäftsbereich Gold mit sich abschwächenden Zuwachsraten. Bei Kupfer erwartet der Minenbetreiber ein weiterhin hohes Preisniveau – was nach Aussage von Benavides die schwächeren Konzernprognosen bei Gold und Silber wettmachen sollte.

Kraftstoff aus der Palme

Eine andere Anlagemöglichkeit ist, in nicht-peruanische Gesellschaften zu investieren, die stark in Peru engagiert sind. Etwa in Pure Biofuels. Das US-Unternehmen produziert und vermarktet die alternativen Kraftstoffe Biodiesel und Ethanol – und setzt dabei auf Südamerika. Der Anbieter hat jüngst für den Bau einer neuen Biodiesel-Raffinerie in Callao Port nahe Lima 4,5 Millionen Dollar per Private-Placement-Finanzierung hereingeholt. Die Anleger haben dabei Stammaktien zu 0,75 Dollar das Stück erworben und pro Aktie einen halben Kaufoptionsschein für eine Stammaktie erhalten. Insgesamt sind für die Anlage Investitionen von 6,5 Millionen Dollar vorgesehen. Ab nächsten August soll die Raffinerie täglich rund 182.000 Liter Palmölrohstoff zu Biodiesel verarbeiten. Eine Jahresproduktion hat Pure Biofuels bereits an peruanische Kraftstoffhändler verkauft. Damit bringt das Flaggschiffprojekt im ersten Jahr voraussichtlich Einnahmen von 44 Millionen Dollar und einen Gewinn von 10,3 Millionen Dollar.

Peru für jeden Geschmack

Auch wenn der Rohstoffboom allmählich abklingt, dürfte die weltweite Nachfrage insbesondere durch China und Indien in den kommenden Jahren weiterhin hoch sein. Cia de Minas Buenaventura ist daher auch bei schwächeren Zuwachsraten für einen längerfristigen Anlagehorizont geeignet – und mit einem aktuell geschätzten 2007er-KGV von 7 ein Schnäppchen. Pure Biofuels ist mit seiner großen Gewinnchance bei sehr hohem Risiko allein etwas für die spekulative Beimischung im Depot.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 42/2006.

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