Lufthansa
- Nikolas Kessler - Redakteur

Lufthansa verliert durch Streiks eine halbe Milliarde Euro – Branchenverband hebt Prognose an

Die anhaltenden Streiks in den Tarifkonflikten mit Piloten und Flugbegleitern haben bei der Lufthansa Schäden in Höhe von rund 500 Millionen Euro verursacht. Nicht nur bei den Passagieren haben die ständig drohenden Flugausfälle auf die Stimmung gedrückt – auch die Aktie notiert auf Jahressicht im Minus.

Die Zahl beziehe sich auf dreizehn Pilotenstreiks und einen Streik der Gewerkschaft der Flugbegleiter Ufo in den Jahren 2014 und 2015, sagte Konzernchef Carsten Spohr dem Tagesspiegel.  Alleine auf den siebentägigen Rekordstreik der Flugbegleiter im November entfielen davon 140 Millionen Euro. Rund 230 Millionen Euro Schaden hatte Lufthansa bereits im Geschäftsjahr 2014 abgebildet, so dass im laufenden Jahr etwa 270 Millionen anfallen.

Spohr sieht sein Unternehmen trotz der vielen Streiks und der Germanwings-Katastrophe im März auf einem guten Kurs. Die Nachfrage habe unter den Streiks kaum gelitten. Als Betriebsgewinn hat der DAX -Konzern zwischen 1,75 und 1,95 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Erstmals seit neun Jahren habe auch der Billigableger Eurowings/Germanwings einen Gewinnbeitrag geleistet, sagte er der Zeitung.

Positiver Branchenausblick

Auch der Weltluftfahrtverband IATA blickt optimistisch in die Zukunft und  hat seine Prognose für die Branche angehoben. Dank des billigen Kerosins könnten Fluggesellschaften in diesem und im nächsten Jahr mit so viel Gewinn rechnen wie noch nie.

IATA-Chef Tony Tyler setzte seine bisherige Gewinnprognose für die Branche für 2015 von 29,3 Milliarden auf 33 Milliarden US-Dollar (rund 30,2 Milliarden Euro) herauf. Das ist fast doppelt so viel Jahresgewinn wie 2014. Im kommenden Jahr soll der Branchengewinn um ein weiteres Zehntel auf 36,3 Milliarden Dollar steigen. 

Auch für die europäischen Fluglinien sehe es laut IATA besser aus: Die hiesigen Gesellschaften wie die Lufthansa , Air France-KLM und Ryanair dürften 2015 auf einen Gesamtgewinn von 6,9 Milliarden Dollar kommen, schätzt die IATA. Das wären 1,1 Milliarden mehr als zuletzt gedacht. 2016 soll der Gewinn weiter auf 8,6 Milliarden Dollar zulegen.

Auf Jahressicht im Minus

Der Kurs der Lufthansa-Aktie hat unter den ständigen Streiks gelitten. Auf Jahressicht droht dem Papier ein Minus von über fünf Prozent. Gelingt endlich eine Einigung mit den Piloten und den Flugbegleitern, wäre ein großer Unsicherheitsfaktor beseitigt. Investierte Anleger blieben dabei!

(Mit Material von dpa-AFX)


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