Lufthansa
- Martin Mrowka - Redakteur

Lufthansa: Wichtige Marke erreicht - und nun?

Siebzehn Prozent in vier Tagen - nicht schlecht für einen DAX-Wert. Diese Performance zeigte nicht etwa der Finanzdienstleister Wirecard, der in den vergangenen Wochen mit Kurskapriolen auffiel, sondern die gute alte Deutsche Lufthansa. Seit dem Jahrestief bei 17,05 Euro nach den Quartalszahlen hat sich der Kurs schnell berappelt. Doch was kommt nun?

Der Absturz der Lufthansa-Aktie am Dienstag erscheint vielen Marktteilnehmern offenbar als zu übertrieben. Auch Vorstandsmitglied Thorsten Dirks sieht nun mehr Chancen als Risiken und hat am Donnerstag Aktienkaufoptionen für 120.000 Euro ausgeübt.

Es bleiben Fragezeichen

Die britische Investmentbank HSBC glaubt ebenfalls an die Lufthansa. Die Analysten haben die Einstufung für die Fluggesellschaft auf "Buy" mit einem Kursziel von 23 Euro belassen. Experte Andrew Lobbenberg nannte in einer Studie jedoch einige Themen, die er nach den Quartalszahlen vom Management der Airline noch geklärt haben möchte. So sind bei ihm Fragen zur Bilanz, zu den Herausforderungen der Billigflugmarke Eurowings sowie zu Umsatztrends und strategischen Optionen offen geblieben.

Andere Analysten zeigten sich skeptisch und senkten nach der enttäuschenden Quartalsbilanz ihre Kursziele. Tatsächlich erscheint der aktuelle Kursaufschwung etwas übertrieben. Auch charttechnisch könnte nun erstmal die Luft wieder raus sein.

Trendwende vollzieht sich langsam

Bei 20 Euro hatte der Lufthansa-Kurs im Juli eine Unterstützung gefunden, die nun als Widerstand fungiert. Außerdem hat sich zwischen 19,00 Euro und 19,64 Euro eine kleine Lücke gebildet, die in den kommenden Tagen geschlossen werden sollte. Wahrscheinlich fällt die Lufthansa-Aktie nochmals unter 19 Euro zurück.

Risikofreudige Börsianer sollten den gestiegenen Kursen nun nicht hinterher laufen, sondern eine Korrektur abwarten. Die Abwärtstrends seit Januar bzw. ein etwas flacherer seit Mai sind intakt und werden wohl nicht auf Anhieb überwunden werden.

Die Lufthansa steht vor einem schwierigen Jahr 2019. Erwartet werden weiter steigende Kerosinpreise, die mit höheren Ticketpreisen ausgeglichen werden sollen. Die Lufthansa-Aktie könnte vor diesem Hintergrund auf absehbare Zeit zwischen 18 und 23 Euro schwanken. Eine Trendumkehr zum Besseren dürfte dauern. Lediglich Trading-Chancen wie zuletzt sind denkbar. Interessierte Anleger mit langem Anlagehorizont sollten also noch abwarten.

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