Lufthansa
- Nikolas Kessler - Redakteur

Lufthansa: Woche der Entscheidung in den Tarifverhandlungen?

Der jüngste Streik konnte abgewendet werden, doch jetzt müssen Lösungen her: Im Tarifkonflikt zwischen der Lufthansa und der Gewerkschaft der Flugbegleiter Ufo soll der frühere Ministerpräsidenten von Brandenburg, Matthias Platzeck, vermitteln. In der kommenden Woche steht außerdem der „Jobgipfel“ des Unternehmens an.

Im festgefahrenen Tarifkonflikt zwischen dem Kabinenpersonal und der Lufthansa soll Matthias Platzeck (SPD) als Schlichter fungieren. Ufo-Chef Nicoley Baublies hat am Freitag einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenmagazins Der Spiegel bestätigt. Auch ein Lufthansa-Sprecher erklärte: "Wir sind mit Herrn Platzeck im Gespräch und hoffen, ihn als Schlichter gewinnen zu können." Termine oder ein Fahrplan für eine Schlichtung stehen noch nicht fest.

Platzeck gilt offenbar mittlerweile als Mann für schwere Fälle: Im Sommer hatte der ehemalige brandenburgische Ministerpräsident gemeinsam mit dem thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke) erfolgreich den Tarifkonflikt zwischen der Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL geschlichtet.

Streiks abgesagt

Mitte der Woche hatte sich die Konzernführung mit Ufo darauf geeinigt, ein Bündel offener Fragen, die nur das Kabinenpersonal betreffen, im Rahmen einer Schlichtung zu klären. Ufo sagte daraufhin für Donnerstag und Freitag geplante Streiks ab.

In den Verhandlungen mit Verdi im Namen von 33.000 Lufthansa-Beschäftigten am Boden ist derweil sogar ein Durchbruch gelungen. Am Samstag verständigten sich beide Parteien auf einen neuen Tarifvertag.

Der für den 2. Dezember geplante "Jobgipfel" der Lufthansa mit Vertetern von Ufo, Verdi und der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit soll trotzdem wie geplant stattfinden – und hoffentlich auch für den Tarifstreit mit der Cockpit- und Kabinen-Crew eine Lösung bringen.

Es bleibt spannend

Die ständigen Streiks haben die Lufthansa immer wieder in Turbulenzen gebracht. Gelingen endlich Fortschritte in den Tarifkonflikten, dürfte dies für die Aktie positive Impulse liefern. Investierte Anleger bleiben dabei. Der Stoppkurs liegt bei 12 Euro.

(Mit Material von dpa-AFX)

 

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