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- Börsen.Briefing.

Nach 20-Prozent-Crash bei NAS: Greifen Lufthansa oder Ryanair jetzt zu?

Steht der europäische Luftfahrtsektor vor einer erneuten Bewährungsprobe? Seit Air Berlin im Jahr 2017 Insolvenz anmeldete, kommt der Markt nicht zur Ruhe. Selbst heute noch sind vereinzelt die Ausläufer in Gestalt von Flugausfällen und Verspätungen zu spüren. Die Integration der Flieger in bestehende Strukturen, etwa bei der Lufthansa-Tochter Eurowings, aber auch bei Ryanair/Laudamotion hat mehr Zeit in Anspruch genommen als ursprünglich gedacht. Jetzt könnte die nächste große Airline aufs Tableau kommen: Norwegian Air Shuttle.

Die Gesellschaft, mehrfach ausgezeichnet und in höchsten Tönen gelobt, ist börsennotiert, der Kurs der Aktie damit ein guter Indikator für die Verfassung des Unternehmens. Wer gestern auf die Kurstafel schaute, war schockiert. NAS-Papiere fielen an der Börse in Oslo um über 20 Prozent. Zuvor hatte die International Airlines Group (u.a. British Airways, Iberia, Vueling), Europas drittgrößter Luftfahrtkonzern nach Ryanair und Lufthansa, ihren Ausstieg bei den Norwegern angekündigt. Die bestehende Beteiligung von 3,9 Prozent wolle man komplett abstoßen. Diese 3,9 Prozent sind sicher nicht der ausschlaggebende Punkt für den Kursrutsch, sondern eher schon die Tatsache, dass damit etwas ganz anderes vom Tisch ist: Die vollständige Übernahme der NAS durch die spanisch-britische Gruppe. Auf sie haben Anleger offensichtlich gewettet, und gehofft.

Jetzt stellt sich die Frage: Landet NAS nun (ungewollt) auf dem Präsentiertisch eines anderen? Streckt eine andere Top-Airline ihre Fühler aus? Richtig ist: Norwegian ist defizitär, hochverschuldet, versucht sich aktuell gesund zu schrumpfen. Falsch jedoch wäre anzunehmen, dies allein hielte jemanden ab. Bei Airlines geht es in erster Linie um Slots, Maschinen und Strecken. Norwegian hat zudem ein starkes Image und eine gute Marke. Die nächsten Wochen und Monate werden, davon kann man schon heute ausgehen, spannend. Ryanair hatte immer wieder abgewunken. Lufthansa-CEO Carsten Spohr allerdings wirkte bis zuletzt nicht ganz abgeneigt. Ein Sprecher der Lufthansa erklärte gegenüber dem Börsen.Briefing.: "Wir rechnen unverändert damit, dass sich die Konsolidierung der Luftfahrtindustrie in Europa fortsetzen wird. Dabei wollen wir weiter eine aktive Rolle spielen. Spekulationen zu einzelnen Airlines kommentieren wir grundsätzlich nicht."

Fluggäste können nur hoffen, dass NAS nicht dem Beispiel Air Berlin folgt. Das Chaos wäre vorprogrammiert. Und Aktionäre? Zumindest die der Lufthansa sollten hoffen, dass sich CEO Carsten Spohr ruhig verhält, schreibt Thorsten Küfner. Lesen Sie seine erste Einschätzung hier.

 

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