Lufthansa
- Nikolas Kessler - Volontär

Lufthansa: Neue Streiks zur Ferienzeit?

Lufthansa 20090311

Schlechte Nachrichten haben die Aktie der Lufthansa zum Wochenende belastet. Die französische Staatsanwaltschaft hat angekündigt, bei den Ermittlungen zum Absturz der Germanwings-Maschine im März auch eine mögliche Verantwortung des Mutterkonzerns zu untersuchen. Pünktlich zu Beginn der Hauptreisezeit im Sommer drohen der Airline zu allem Überfluss auch noch neue Streiks.

Im Tarifkonflikt zwischen der Lufthansa und den rund 19.000 Flugbegleitern sieht die Gewerkschaft UFO kaum noch Chancen für eine erfolgreiche Schlichtung. Am Donnerstag hatte die Airline ein „deutlich verbessertes Angebot“ vorgelegt und bekräftigt, dass man im Rahmen der Schichtung zu einer gemeinsamen Lösung kommen wolle. Die Gewerkschaft hat das Angebot jedoch umgehend als „Rückschritt“ abgelehnt. „Lufthansa hat eine Zusatzforderung aufgestellt, welche die Versorgung in Summe für alle Mitarbeiter kürzen und die Einkommen und Arbeitsbedingungen für das Kabinenpersonal weiter drastisch absenken soll", erklärte ein UFO-Sprecher am Freitag.

Steiks ab Ende Juni?

Die Gewerkschaft werde nun die Empfehlung der Schlichter Herta Däubler-Gmelin und Friedrich Merz am 20. Juni abwarten und stehe dem Lufthansa-Vorstand bis dahin für ernsthafte Gespräche zur Verfügung. Unter den aktuellen Vorzeichen rechnet UFO-Chef Nicoley Baublies allerdings nicht mehr mit einem positiven Ausgang der Schlichtung. Sollte in dem Konflikt tatsächlich keine Lösung gefunden werden, drohen der Lufthansa bereits ab Ende Juni neue Streiks.

Neue Erkenntnisse zum Germanwings-Unglück

Im Zusammenhang mit dem Absturz der Germanwings-Maschine in den französischen Alpen im März hat die Staatsanwaltschaft Marseille angekündigt, auch eine mögliche Verantwortung von Germanwings und dem Mutterkonzern Lufthansa untersuchen zu wollen. Bisher gäbe es aber keine konkreten Hinweise, dass die Fluggesellschaft über den aktuellen Gesundheitszustand des Copiloten informiert war. Allen bisherigen Erkenntnissen zufolge hatte der psychisch kranke Copilot die Maschine absichtlich zum Absturz gebracht, keiner der 150 Menschen an Bord überlebte.

 

Die Ankündigung der Staatsanwaltschaft und die Streikdrohung der Gewerkschaft UFO haben die Aktie der Lufthansa am Freitag belastet. Das volatile Umfeld im DAX tat ein Übriges. Wichtig ist nun, dass die Unterstützung oberhalb der 12-Euro-Marke hält – ansonsten droht sich die charttechnische Situation weiter einzutrüben.

(Mit Material von dpa-AFX)

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