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Logistik-Karussell rotiert

Arbeitsteilung in der globalisierten Wirtschaft: Höchstens die Wurst ist heimisch, im Ketchup stecken Tomaten aus Italien, Curry kommt aus Asien, der Pappteller aus Osteuropa und die Plastikgabel aus China. Auch Industrieunternehmen konzentrieren sich mehr und mehr auf ihre Kernkompetenzen und lagern verstärkt alles aus, was irgendwo anders auf der Erde günstiger oder besser produziert werden kann.

Thiel Logistik hat sich für die boomende Logistik-Branche fit gemacht. Die Aktie hat viel Nachholpotenzial.

Die Currywurst an der Ecke ist eine leckere Sache – und ein gutes Beispiel für die Arbeitsteilung in der globalisierten Wirtschaft: Höchstens die Wurst ist heimisch, im Ketchup stecken Tomaten aus Italien, Curry kommt aus Asien, der Pappteller aus Osteuropa und die Plastikgabel aus China. Auch Industrieunternehmen konzentrieren sich mehr und mehr auf ihre Kernkompetenzen und lagern verstärkt alles aus, was irgendwo anders auf der Erde günstiger oder besser produziert werden kann. Damit aus den Einzelteilen der spezialisierten Fabriken dann ein Ganzes – ein BMW, Mercedes oder PC – werden kann, müssen die Teile natürlich transportiert werden. Die Logistikbranche boomt. Selten war die Planung, Steuerung, der Transport und die Kontrolle des Material- und Warenflusses mehr gefragt als jetzt. Vor wenigen Tagen wurde in München die Messe Transport Logistik mit 19 Prozent mehr Ausstellern als im Vorjahr eröffnet.

Starkes Gewinnwachstum

Die Stimmung dürfte auch am Messestand der Thiel Logistik AG sehr gut gewesen sein. Denn der Anbieter von Logistik- und Servicelösungen für die Industrie und den Handel steigerte im ersten Quartal 2007 den Umsatz um 6,3 Prozent auf 508 Millionen Euro, der operative Gewinn legte mit 16 Prozent auf 12 Millionen noch deutlicher zu. Neben der guten Auslastung im innerdeutschen Geschäft entwickelte sich insbesondere der Importverkehr von Asien nach Europa im Bereich Air & Ocean sehr erfreulich.

Steuer herumgerissen

Aufgrund einer in den zurückliegenden Jahren teils holprigen Entwicklung der Gesellschaft sind einige Analysten und Anleger noch skeptisch – bislang hat die Aktie nicht auf die guten Zahlen reagiert. Doch vieles spricht für eine anhaltend positive operative Entwicklung. Denn neben dem konjunkturellen Rückenwind greifen auch die im Vorjahr eingeleiteten Maßnahmen zur Effizienzsteigerung des in 42 Ländern aktiven Konzerns. Unter anderem wurden im neu gegründeten Geschäftsfeld Road & Rail die europäischen Landund Spezialverkehre zusammengefasst. Gelingt es dem weitverzweigten Logistik-Riesen, neben dem Wachstum im Rahmen der Umstrukturierung auch die Margen zu steigern, dann steckt sehr viel Potenzial in dem Wert. Das 2008er-KGV liegt bei günstigen 12, das Kurs-Umsatz-Verhältnis bei attraktiven 0,15.

Antizyklisch einsteigen

Thiel Logistik ist gut positioniert, um von der immer stärkeren Internationalisierung der Warenströme zu profitieren. Während die Lastwägen, Schiffe und Züge für Thiel auf vollen Touren brummen, steht die Aktie noch auf dem Abstellgleis. Angesichts des guten Umfeldes scheint es aber nur eine Frage der Zeit, bis wieder mächtig Dampf in die Thiel-Aktie kommt.

Kursziel bei Thiel: 4,00 Euro. Stopp: 2,20 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 26/2007.

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