- Thomas Bergmann - Redakteur

Lithium – das weiße Gold - neue Kaufchance

Wegen Bitcoin und Cannabis ist das Thema Lithium etwas in Vergessenheit geraten. Doch in der Branche rumort es. Vor allem die Chinesen sind heiß auf das weiße Gold. Die Zeit scheint reif für einen Einstieg.

Im Mai hatte der chinesische Konzern Tianqi Lithium dem kanadischen Düngemittelhersteller Nutrien ein Angebot unterbreitet, 24 Prozent seiner Anteile am chilenischen Lithiumproduzenten SQM für 4,3 Milliarden Dollar zu übernehmen. Seitdem versucht SQM den Verkauf zu blockieren, da man befürchtet, China könne sich einen unfairen Vorteil im globalen Wettrennen zur Sicherung von Ressourcen für die Entwicklung von Elektrofahrzeugen verschaffen. Doch vor gut zwei Wochen genehmigten die chilenischen Wettbewerbshüter (FNE) den Deal – wenn auch mit Einschränkungen: Tianqi kann drei Mitglieder in den Vorstand von SQM berufen, jedoch nicht seine Führungskräfte oder eigene Mitarbeiter. Zudem müssen die FNE-Regulierer über zukünftige Lithium-bezogene Deals von Tianqi mit SQM oder dem Wettbewerber Albemarle informiert werden.

Starker Preisverfall

Obwohl der Kampf um das weiße Gold, wie Lithium auch genannt wird, nach wie vor tobt, sind die Preise für den Batterierohstoff in den letzten Monaten deutlich zurückgekommen. Seit den Höchstkursen zu Beginn 2016 sind die Kurse für Lithiumcarbonat und -hydroxid um mehr als die Hälfte eingebrochen. Entsprechend schwach haben sich auch die Aktien der großen Produzenten entwickelt.

Der Auslöser für den Preisrutsch war nach Meinung von Experten die allgemeine Annahme, dass trotz der hohen Nachfrage mittelfristig ein Überangebot entstehen könnte. Schuld daran hatten die Bergbaubetriebe zum Teil selbst, da sie sich gegenseitig mit Prognosen zu ihren Fördermengen übertrafen.

Analysten raten zum Einstieg

Die Analysten der Citigroup sehen ebenfalls die Lithiumpreise weiter fallen, im zweiten Halbjahr 2018 um zehn Prozent, 2019 um weitere 16 Prozent. Dennoch empfiehlt das Haus die SQM-Aktie zum Kauf; mit einem Kurspotenzial von rund 25 Prozent. Die Bewertung des Unternehmens sei attraktiv, da der Markt einen langfristigen Lithiumpreis von 6.100 Dollar pro Tonne einpreise, man selbst aber von 7.500 Dollar pro Tonne ausgehe.

Für Chris Armstrong, Analyst bei Berenberg, ist ebenfalls die Zeit reif, in die großen Lithiumfirmen wie SQM, Albemarle oder Orocobre zu investieren. Auf der anderen Seite bleibt die Nachfrage nach Lithium auf lange Sicht sehr stark, da neben E-Autos und stationären Energiespeichern immer neue industrielle Anwendungen auf Strom aus Batterien setzen. Zwar werde auch das Angebot steigen, doch das Wachstum durch technische und finanzielle Faktoren begrenzt.

Möglicherweise können gar nicht alle Reserven erschlossen werden, weil die Umweltbehörden etwas dagegen haben. Es heißt, dass die chilenischen Wasserbehörden keine Genehmigungen mehr am Salar de Atacama, dem größten Lithium-Abbaugebiet in der Andenrepublik, erteilen. Dort, wo etwa ein Drittel der globalen Produktion liegt, möchte die Behörde eine Frischwasser-Reserve für die Region aufbauen, dementsprechend gäbe es weniger Wasser für die Industrie.

Lithium bleibt Megatrend

Risikofreudige Anleger sollten auf ein Comeback der Lithium-Aktien setzen. Eine Möglichkeit ist der Turbo-Optionsschein auf den E-Power Index, in dem die 14 größten und wichtigsten Unternehmen der Branche enthalten sind.

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