Leoni
- Thomas Bergmann - Redakteur

Leoni-Chef lässt Katze aus dem Sack - Gewinnziel ade!

Der Kursverlauf hatte es bereits angedeutet, doch aus dem Unternehmen war bislang dazu nichts zu hören: Der Automobilzulieferer Leoni sieht sein Margenziel für 2013 in Gefahr. Die Aktie droht damit weiter an Boden zu verlieren.

Die Kursschwäche bei Leoni in den zurückliegenden vier Wochen hat einen einfachen Grund: Das Unternehmen wird aller Voraussicht nach sein Margenziel für 2013 nicht erreichen. Das sagte Leoni-Vorstandschef Klaus Probst in einem Interview mit der Financial Times Deutschland (FTD/Montagsausgabe). Es ist noch Luft nach unten.

Flaute auf dem Automobilmarkt

Die Flaute auf dem europäischen Automarkt macht dem Zulieferer Leoni einen Strich durch seine Gewinnziele. "Angesichts der zu erwartenden wirtschaftlichen Entwicklung und des Marktumfelds werden wir unser Langfristziel von sieben Prozent Marge 2013 voraussichtlich noch nicht erreichen", Stattdessen rechnet der Hersteller von Bordnetzsystemen für 2013 nur noch mit einem "mindestens stabilen Geschäft".

Das ursprüngliche Ziel, bereits 2012 eine EBIT-Marge von sieben Prozent zu erwirtschaften, kassierte Leoni bereits im Juli. Unternehmensnahen Kreisen zufolge, auf die sich die FTD beruft, werde Leoni mit 3,8 Milliarden Euro Umsatz und 230 Millionen Euro Gewinn vor Zinsen und Steuern auf eine Marge von sechs Prozent kommen.

Kurzarbeit kein Thema

Kurzarbeit wie etwa bei Bosch ist für Leoni-Chef Probst aktuell trotzdem kein Thema. "Derzeit ist unsere Auslastung noch vernünftig. Wir sehen bei unseren Produktionszahlen bislang keine flächendeckenden Bremsspuren, sondern sehr unterschiedliche Entwicklungen bei den Autoherstellern", sagte Probst. Eine schwere Krise, wie zuletzt 2008/2009, schließt der Manager aus. Trotzdem sei der Zulieferer besser auf harte Zeiten vorbereitet: "Durch flexible Arbeitszeitmodelle könnten wir jetzt einen Nachfrageeinbruch von 15 bis 20 Prozent abfedern", so Probst weiter. Vor zehn Jahren seien es weniger als zehn Prozent gewesen.

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Finger weg

Der Trend der Leoni-Aktie zeigt klar nach unten. Sollte die Marke von 26 Euro nachhaltig unterschritten werden, drohen weitere Kursverluste. Vorerst sollten Anleger die Finger von der Leoni-Aktie lassen.

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