Leoni
- Michael Schröder - Redakteur

Leoni: Kabelsparte wird effizienter - Gegenbewegung läuft

Der Autozulieferer Leoni trimmt seine Kabelsparte - Wire & Cable Solutions (WCS) - auf mehr Effizienz, um seine Renditeziele zu erreichen. Ein umfassendes Programm mit dem Namen „WCS ON Excellence“ soll für profitables Wachstum sorgen. In den nächsten drei bis vier Jahren will der MDAX-Konzern so ein mittleren zweistelliger Millionenbetrag erzielen.

Mit einer Vielzahl an Maßnahmen soll das WCS-Programm auf funktionaler und operativer Ebene Fortschritte bewirken. „Wir verfolgen drei Ziele: In attraktiven Märkten unsere Geschäfte ausbauen, die Marge steigern und Synergien innerhalb der Organisation heben“, so Dr. Frank Hiller, der seit 1. Juli 2014 im Vorstand der Leoni AG für den Unternehmensbereich WCS verantwortlich zeichnet.

Einen Stellenabbau werde es dabei nicht geben, betonte Hiller. Er wolle die einzelnen Abteilungen der Sparte, die vor allem durch Zukäufe entstanden seien, besser verzahnen und die Bereiche zentraler steuern. Unter anderem soll der Einkauf neu geordnet werden, außerdem müssten die weltweit 60 Standorte ihre Erfahrung in der Produktion stärker austauschen. Lange hätten die einzelnen Teile weitgehend nebeneinander gestanden - nun sollten die Abteilungen stärker integriert werden, sagte Hiller. Zwischen 2005 und 2008 hatte Leoni drei große Zukäufe getätigt, der Umsatz hatte sich in dieser Zeit mehr als verdoppelt.

Ab 2016 soll die EBIT-Marge der WCS-Sparte damit auf sieben Prozent steigen – analog zum Ziel der gesamten Leoni-Gruppe. Zur Jahresmitte lag diese Rendite der Kabelsparte bei knapp fünf Prozent.

Der Markt hat die Gewinnwarnung vom 13. Oktober mittlerweile verdaut. Eine umfassende Berichterstattung zu den Ergebnissen des dritten Quartals 2014 wird planmäßig am 11. November erfolgen. An seinem Ziel, 2014 einen Umsatz von rund 4,1 Milliarden Euro zu erreichen, dürfte das Unternehmen auch dann festhalten. Auch seine Mittelfristprognose sollte aus heutiger Sicht unberührt bleiben; demnach werden für das Jahr 2016 ein Umsatz von fünf Milliarden Euro und eine EBIT-Marge von sieben Prozent erwartet.

Die Privatbank Hauck & Aufhäuser hat das Kursziel für Leoni nach einer Roadshow mit Firmenchef Klaus Probst von 67 auf 66 Euro gesenkt, aber die Einstufung auf "Buy" belassen. Die Qualitätsprobleme bei dem Autozulieferer, die jüngst zu einer Gewinnwarnung geführt hätten, dürften nur kurzfristig bestehen, so Analyst Philippe Lorrain. Allerdings dürften einige Projekte nun erst im Jahr 2016 umgesetzt werden statt bereits 2015.

Nach der Gewinnwarnung sollten bei Leoni nun zunächst alle schlechten Nachrichten auf dem Tisch liegen. Die laufende Gegenbewegung sollte die MDAX-Aktie nun bis in den Bereich um 50 Euro führen. DER AKTIONÄR spekuliert mit Hebel auf dieses Szenario.

(Mit Material von dpa-AFX)

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