Leoni
- Werner Sperber - Redakteur

Leoni: Das war gar nichts

Dieter Bellé, Vorstandsvorsitzender der Leoni AG, hat mit den Zielen für das laufende Jahr enttäuscht. Sparen, also die Effizienz erhöhen, soll Leoni wieder zu früheren Gewinnen bringen – die Analysten schätzen jedoch, das wird bis zum Jahr 2018 dauern.

Das auf Drähte, optische Fasern, Kabel und Kabelsysteme spezialisierte Unternehmen hat die vorläufigen Zahlen für das vergangene Jahr bestätigt. Dabei sind die eigenen (bezüglich des EBIT zwischenzeitlich deutlich gesenkten) Ziele deutlich übertroffen worden. Der Umsatz stieg um 9,7 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank jedoch um 17,1 Prozent auf 151 Millionen Euro und der Gewinn um 32,7 Prozent auf 77,2 Millionen Euro beziehungsweise 2,36 Euro je Aktie. Die Eigenkapitalquote stieg von 34,4 auf 35,1 Prozent. Die Hauptversammlung soll am 4. Mai in Nürnberg beschließen, die Dividende von 1,20 auf 1,00 Euro je Aktie zu senken. Damit haben sich die Befürchtungen der Analysten nicht ganz erfüllt; Leoni hat die Schätzungen also übertroffen.

Für das laufende Jahr rechnet der Vorstand mit einem Umsatz von 4,4 Milliarden Euro, einem EBIT von 105 Millionen Euro, einer Verschlechterung des freien Cashflows von minus 5,2 auf minus 30 Millionen Euro und einem Anstieg der Nettoschulden von 322 auf 390 Millionen Euro. Ein überraschender, zuversichtlicher Satz fehlte den Anlegern. Der Aktienkurs sackte ab. Die Analysten schätzen, Leoni erreicht erst im übernächsten Jahr wieder die Gewinne aus dem Jahr 2015, als das Unternehmen 3,50 Euro pro Anteil verdiente. Sie vermuten, der Nettoertrag je Aktie wird in diesem Jahr auf 2,03 Euro sinken, im nächsten Jahr auf 3,12 Euro steigen und im übernächsten Jahr 3,81 Euro erreichen.

Nur für Trader
DER AKTIONÄR bleibt dabei: Investoren sollten weiterhin von Leoni Abstand halten, solange der Vorstand immer wieder mit Zahlen und Zielen enttäuscht. Wer traden möchte, sollte ab einem Kurs von 30,80 Euro einsteigen. Das Kursziel beträgt zunächst 34,85 Euro und der Stop-Loss sollte bei 26,80 Euro gesetzt werden.

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