USA TECHS INC. O.N.
- DER AKTIONÄR

Lass stecken!

Mit Small Caps ist das so eine Sache: Ein vielversprechendes Geschäftsmodell vorausgesetzt, bieten die Aktien der entsprechenden Unternehmen ein überdurchschnittlich hohes Kurspotenzial. Allerdings erkaufen sich die Anleger die Chance auf einen Verdoppler, Verdreifacher oder gar Verzehnfacher mit einer höheren Volatilität.

USA Technologies rüstet Verkaufsautomaten mit Kartenlesern auf. Ein Riesengeschäft.

Mit Small Caps ist das so eine Sache: Ein vielversprechendes Geschäftsmodell vorausgesetzt, bieten die Aktien der entsprechenden Unternehmen ein überdurchschnittlich hohes Kurspotenzial. Allerdings erkaufen sich die Anleger die Chance auf einen Verdoppler, Verdreifacher oder gar Verzehnfacher mit einer höheren Volatilität. Das bekamen auch die Investoren von USA Technologies zu spüren – nur wenige Wochen nach der Kaufempfehlung aus dem AKTIONÄR 19/07 fiel das Papier unter den Stopp. Die Entwicklung enttäuscht umso mehr, als sich die Nachrichtenlage seit dem Frühjahr deutlich verbessert hat.

Kleingeld war gestern

Zur Erinnerung: USA Technologies entwickelt Lösungen für den bargeldlosen Zahlungsverkehr an Verkaufsautomaten. Kunden müssen also nicht mehr mühselig und zeitaufwändig in ihren Brieftaschen nach Kleingeld kramen, sondern können, sofern sie eine Paypass-Kreditkarte von Mastercard besitzen, bargeldlos bezahlen. Die Karte wird kurz vor das Lesegerät am Automaten gehalten – fertig. Im zweiten Quartal 2007 besaßen rund 17 Millionen Mastercard-Kunden eine Paypass-Karte. Um die Automaten für den Karteneinsatz fit zu machen, installiert USA Technologies ein Lesegerät, den E-Port. Diese Technologie besitzt für die Aufsteller einige Vorteile, unter anderem höhere Umsätze, einen besseren Diebstahlschutz und detailliertere Auswertungen.

Umsatzsprung nach Coke-Deal

Mit Coca-Cola, dem weltweit größten Hersteller von Softdrinks, ist der kleinen US-Firma ein dicker Fisch ins Netz gegangen. Der Konzern hat 7.500 EPorts geordert, die landesweit in Getränkeautomaten zum Einsatz kommen sollen. Mit dem Deal erhöht USA Technologies die Zahl der ausgelieferten EPorts auf einen Schlag auf mehr als das Doppelte. Bislang waren insgesamt 6.000 E-Ports im Einsatz. Die Firma erhält für jedes Gerät 433 Dollar, hinzu kommt eine monatliche Abrechnungspauschale von 9,90 Dollar pro Gerät sowie eine fünfprozentige Beteiligung an den Verkaufsumsätzen. Angesichts der jüngsten Auftragsschwemme verwundert es nicht, dass Firmenchef George R. Jensen damit rechnet, USA Technologies könne auf Sicht von vier oder fünf Jahren den Umsatz auf 100 Millionen Dollar steigern. Im letzten Jahr setzte die Firma gerade einmal drei Millionen Dollar um. Bis Jensen sein Ziel erreicht, müssen jedoch noch einige Hürden aus dem Weg geräumt werden. So gehen die Lesegeräte derzeit bestenfalls zum Selbstkostenpreis über den Tisch – das belastet die Margen enorm, ist aber nötig, um mit den Aufstellern ins Geschäft zu kommen. Die Lage wird sich erst bessern, wenn ausreichend Automatenaufsteller auf den Zug aufspringen. Bis dahin muss Jensen die laufenden Kosten im Auge behalten.

Cooler Nischenplayer

Alleine in Nordamerika gibt es acht Millionen Verkaufsautomaten, der Markt für USA Technologies ist demnach riesig. Langsam gewinnt das Geschäft an Fahrt, allerdings wird es wegen der hohen Anlaufkosten noch mindestens zwei Jahre dauern, bis die Firma einen Gewinn erwirtschaftet. Die Aktie eignet sich deshalb nur für sehr spekulationsfreudige Investoren.

Kursziel bei USA Technologies: 11,00 Euro. Stopp: 4,90 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 35/2007.

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