- DER AKTIONÄR

Kratzer auf der Silberscheibe

Singulus Technologies hat mit den heute vorgelegten Geschäftszahlen zum ersten Quartal Anleger und Analysten enttäuscht. Insbesondere beim Ergebnis und beim Auftragseingang musste der im TecDAX notierte Spezial-Anlagenbauer deutlich Federn lassen.

Singulus Technologies hat mit den heute vorgelegten Geschäftszahlen zum ersten Quartal Anleger und Analysten enttäuscht. Insbesondere beim Ergebnis und beim Auftragseingang musste der im TecDAX notierte Spezial-Anlagenbauer deutlich Federn lassen.

Von Stefan Eichner

Die Aktionäre von Singuls Technologies werden angesichts der heute veröffentlichten Geschäftszahlen für das erste Quartal erst einmal geschluckt haben. Der im TecDAX notierte Spezial-Anlagenbauer im Bereich CD/DVD bekam in den ersten drei Monaten 2005 die Konjunkturflaute mehr als deutlich zu spüren.

"Erwartungsgemäße" Belastung

Angesichts des schwachen Marktumfeldes lag der Umsatz im Berichtszeitraum bei lediglich 50,4 Millionen Euro nach knapp 70 Millionen im Vorjahr. Das EBIT lag bei 0,9 Millionen Euro. Der Konzernüberschuss erreichte mit 0,8 Millionen Euro nicht mal mehr ein Fünftel des Vorjahreswertes (4,3 Millionen Euro). Singulus spricht von einer "erwartungsgemäßen" Belastung. Der asiatische Markt sei nach wie vor durch Investitionszurückhaltung gekennzeichnet. Insbesondere leidet die Branche unter dem drastischen Preisanstieg für Polycarbonat, dem Rohstoff für die Herstellung der Silberlinge.

Ein Ende der Flaute ist vorerst nicht in Sicht, wie der Auftragseingang zum Ende des ersten Quartals zeigt: Lag dieser im Vorjahr noch bei knapp 140 Millionen Euro, sind es aktuell magere 34,3 Millionen Euro. Der Auftragsbestand brach demnach um rund 75 Prozent auf 40,6 Millionen Euro (Vorjahr 160,5 Millionen) ein. Singulus hat nach eigener Aussage Anfang des Jahres mit einem Maßnahmenpaket auf das schwierige Marktumfeld reagiert, das die Gesamtkosten um mehr als 5 Millionen Euro reduzieren soll. So wurde zunächst der Personalbestand um 44 Beschäftigte auf 692 reduziert.

Zweckoptimismus

Trotz der derzeit schwierigen Situation blickt man im Hause Singulus optimistisch in das zweite Halbjahr. So erwarten die Verantwortlichen eine spürbare Belebung der Nachfrage und dementsprechend eine Trendwende bei Umsatz und Ergebnis. Eine konkrete Prognose für das Gesamtjahr nannte das Unternehmen jedoch nicht.

Mit den heute vorgelegten Zahlen hat Singulus die Analystenerwartungen - zumindest beim Ergebnis - deutlich verfehlt. Die Experten von SES gingen im Vorfeld von einem Umsatz von 51,3 Millionen Euro und einem EBIT von 2,1 Millionen Euro aus und stuften Singulus zuletzt als "Outperformer" ein. Die HVB hat sich nach den Zahlen heute als erste Bank zu Wort gemeldet und das Kursziel von 14,00 auf 12,50 Euro gesenkt. Dennoch wurde die Einschätzung "Neutral" beibehalten. Lediglich die DZ-Bank vergab im Vorfeld der Zahlen ein "Verkaufen"-Rating und lag mit dieser Einschätzung richtig.

Die Singulus-Aktie verliert bis 10.00 Uhr rund zehn Prozent auf 9,70 Euro.

 

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV