Gold
- Markus Bußler - Redakteur

Koos Jansen: Die chinesische Notenbank kauft Gold!

Welche Rolle spielt China für den Goldpreis? Eine entscheidende, meint zumindest Koos Jansen. Der Gold-Experte arbeitet für BullionStar und beobachtet den chinesischen Goldmarkt wie kaum ein anderer. Als einer der ersten hat er darauf aufmerksam gemacht, dass die Zahlen von Seiten des World Gold Councils zu der Goldnachfrage Chinas viel zu niedrig ausfallen.

 

„China betreibt sowohl im öffentlichen als auch im privatwirtschaftlichen Sektor ganz eindeutig eine Politik, die darauf abzielt, Gold anzuhäufen“, sagt er in einem Interview mit dem Deutschen Anlegerfernsehen DAF. Mittlerweile hätten sich seine Berechungen bestätigt, wonach die Goldnachfrage in China im vergangenen Jahr nicht wie vom WGC veröffentlicht bei 1.100 Tonnen gelegen hat, sondern vielmehr bei 2.200 Tonnen. „Nur berechnen 99 Prozent der Finanzindustrie Angebot und Nachfrage in China anhand der Zahlen vom World Gold Council“, beklagt Jansen. Und das sei schlicht und ergreifend falsch.

 

Markt koppelt sich ab

 

Dass der Preis für Gold trotz der hohen Nachfrage weiter fällt habe nach Ansicht von Jansen vor allem damit zu tun, dass sich der physische Markt mittlerweile vom Papiergoldmarkt entkoppelt habe. Letzterer aber nach wie vor den Preis bestimme. „Wenn sie mit Goldprodukten handeln, sind sie an dem Metall an sich überhaupt nicht interessiert, sie interessieren sich ausschließlich für den geldwerten Gewinn, den sie mithilfe dieser Derivate erzielen. Daher rührt die Entkoppelung zwischen den Wertpapiermärkten und den Märkten für das physische Metall“, sagt der Experte.

 

Jansen glaubt nicht daran, dass die chinesische Zentralbank kein Gold kauft, wie eigentlich aus den Statistiken hervorgeht. „Wenn man ein bisschen darauf achtet, ist völlig klar, dass die Notenbank Gold kauft. Das ist eine Tatsache“, sagt er. Zwar gebe es nur Indizien, aber er geht davon aus, dass die Zentralbank im vergangenen Jahr um die 600 Tonnen gekauft haben könnte. „Wenn man ein bisschen darauf achtet, stellt man fest, dass hin und wieder prominente chinesische Volkswirte sagen, China solle Gold kaufen, wenn der Preis zwischenzeitlich absackt, es müsse diversifizieren, um vom US-Dollar wegzukommen“, sagt Jansen. Das vollständige Interview mit Koos Jansen können Sie gleich hier abrufen.

 

 

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