Celgene
- DER AKTIONÄR

Kommt die ASCO-Hausse?

Alle Jahre wieder treffen sich in den USA die wichtigsten Krebsforscher aus aller Welt, um die Ergebnisse ihrer Forschungs- und Entwicklungsarbeit der Öffentlichkeit vorzustellen und die Resultate im Kreise der Kollegen zu diskutieren. Zu der Konferenz, die in diesem Jahr vom 1. bis zum 5. Juni in Chicago stattfindet, lädt alljährlich die American Society of Clinical Oncology, kurz ASCO.

Das weltweit wichtigste Treffen der Krebsforscher steht ins Haus. Anleger beobachten gespannt die Aktienkurse von Medikamentenentwicklern. Welche Papiere können profitieren?

Alle Jahre wieder treffen sich in den USA die wichtigsten Krebsforscher aus aller Welt, um die Ergebnisse ihrer Forschungs- und Entwicklungsarbeit der Öffentlichkeit vorzustellen und die Resultate im Kreise der Kollegen zu diskutieren. Zu der Konferenz, die in diesem Jahr vom 1. bis zum 5. Juni in Chicago stattfindet, lädt alljährlich die American Society of Clinical Oncology, kurz ASCO.

Auch zahlreiche börsennotierte Unternehmen präsentieren sich beim ASCO-Meeting. Und nicht selten hat die Konferenz in den letzten Jahren für steigende Kurse gesorgt. Bestes Beispiel: Der heute weltgrößte Biotech-Konzern Genentech veröffentlichte 2003 beim ASCO-Meeting erstmals ausführliche Daten zu seinem heutigen Blockbuster-Krebsmedikament Avastin – und bereitete damit den Boden für den beispiellosen Aufstieg der letzten Jahre, durch den das Unternehmen aus South San Francisco dem Platzhirschen Amgen den Rang ablief.

Medarex - indirekter Profiteur?

Die Aktie von Medarex ist eine laufende AKTIONÄRS-Empfehlung. Seit das Papier des Anikörper-Spezialisten im September 2006 vorgestellt wurde, hat es bereits rund 22 Prozent zugelegt. Damit dürfte das Potenzial aber noch lange nicht ausgereizt sein. Kurzfristig könnte das ASCO-Meeting als Katalysator dienen. Denn hier stellt der Pharmakonzern Pfizer Daten aus einer Phase-III-Studie mit dem Krebsantikörper Ticilimumab vor. Fallen diese gut aus, würde Medarex, das den experimentellen Wirkstoff entwickelt und auslizenziert hat, davon gleich in doppelter Hinsicht profitieren. Positive Ergebnisse würden den Antikörper, der unter anderem gegen sogenannte Melanome eingesetzt werden soll, der Markteinführung ein gehöriges Stück näher bringen. Und beim Verkauf des Medikamentes wird Medarex ordentlich mitverdienen. Schätzungsweise 15 Prozent des Umsatzes – und der dürfte mindestens im hohen dreistelligen Millionbereich liegen – wandern in die Kasse des Biotech-Unternehmens. Zudem entwickelt Medarex einen ähnlichen Antikörper in Eigenregie. Positive Studiendaten dürften das Vertrauen der Investoren in den Erfolg des Medarex-Projektes nachhaltig stärken. Und Vertrauen ist bekanntlich die beste Basis für steigende Kurse.

Celgene - immer noch kaufenswert

Sehr stark gestiegen ist auch bereits die Aktie von Celgene. Seit der Empfehlung im AKTIONÄR notiert das Papier schon über 300 Prozent im Plus. Erst vor Kurzem wurde ein neues Allzeithoch erreicht. Trotzdem könnte sich der Einstieg noch lohnen. Kurzfristig könnte der Auftritt von Celgene beim ASCO-Meeting nämlich einen weiteren Schub geben. Hier stellt Celgene neue Daten aus Phase-III-Studien mit seinem Krebsmittel Revlimid vor. Diese sollen belegen, dass sich Revlimid besser als First-Line-Therapie zur Behandlung von Myelomen eignet als die bisherigen Standardtherapeutika. Als weitere Fantasiefaktoren kommen hinzu, dass Celgene noch in der ersten Hälfte des Jahres mit einer EU-Zulassung von Revlimid rechnet und Phase-II-Daten aus Studien mit einem potenziellen Schuppenflechte-Mittel bekannt geben wird.

Genvec - Tanz auf der Rasierklinge

Neu auf die Empfehlungsliste kommt die Aktie von Genvec. Aber Vorsicht, das Papier ist nur für sehr risikobereite Anleger geeignet. Genvec entwickelt unter anderem ein Medikament zur Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs. Gegen diese sehr aggressive Krebsart ist bislang kein Kraut gewachsen. Viele Unternehmen haben sich bereits an der Entwicklung versucht – und sind gescheitert. Mit seinem experimentellen Wirkstoff TNF erade könnte Genvec der Lösung des Problems einen gehörigen Schritt näher gekommen sein. Dies suggerieren zumindest Studiendaten, die das Unternehmen im letzten Dezember vorlegte. Da diese Studien nur mit wenigen Patienten durchgeführt wurden, blickt die Fachwelt Anfang Juni gespannt nach Chicago. Denn dort wird Genvec neue Daten präsentieren. Sind diese positiv, dürfte dies der Aktie gehörigen Auftrieb geben.

Kursziel bei Genvec: 5,50 Euro. Stopp: 2,25 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 20/2007.

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