- DER AKTIONÄR

Komm spielen!

Webzen ist einer der Pioniere bei Online-Rollenspielen. Die Aktien sind trotz des riesigen Erfolgs attraktiv bewertet.

Vor gerade einmal fünf Jahren gegründet, ist der koreanische Spieleentwickler Webzen heute bereits in sieben internationalen Märkten vertreten, darunter in China und den USA. Damit sieht Firmenchef Kim Nan Joo seine Ziele aber noch keineswegs erreicht. Er will sein Unternehmen zum Marktfüh- rer bei Online-Rollenspielen machen – und er ist auf einem guten Weg dorthin. Denn die Spiele, mit denen Webzen die User ins Netz lockt, werden immer aufwändiger, sowohl was die Grafik als auch die Spieldichte betrifft.

Volle Pipeline

Das Zauberwort in der Branche heißt „Massively Multiplayer Online Games“, kurz MMOG. Bei diesen Games spielen nicht drei oder vier Spieler gemeinsam vor dem heimischen Fernseher, sondern mehrere Zehn- oder Hunderttausende Nutzer im Internet. Der Anbieter verdient durch Abo-Gebühren, Merchandising und die Lizenzierung an Zweit- und Drittverwerter. Aktuell befinden sich bei Webzen sechs Spiele (siehe Kasten) im Angebot, darunter mit „Huxley“ und „Soul of the Ultimate Nation“ (SUN) zwei, bei denen die Einführung noch bevorsteht. Das Interesse an den Games ist riesig, wie ein Beta-Test für SUN jüngst belegte. Wohlgemerkt allein für die Erprobungsphase bewarben sich mehr als 400.000 Nutzer für 999 freie Plätze. SUN könnte im zweiten Quartal in Korea online gehen und bis Anfang 2007 in China und den USA.

Exportschlager Online-Spiele

SUN hat das Zeug zum Kassenschlager und Webzen könnte hiervon mehrfach profitieren: durch die direkte Vermarktung in Regionen, in denen das Unternehmen selbstständig operiert, oder mittels Joint-Ventures. So hat jüngst The 9, der führende Vermarkter von Online-Spielen in China, für die Rechte an Webzens SUN mehr als zehn Millionen Dollar auf den Tisch gelegt – ein Rekordwert. Neben der Einmalzahlung ist Webzen zusätzlich für drei Jahre mit 22 Prozent am Umsatz beteiligt, so dass alleine dieser Deal auf die Laufzeit gerechnet mehr als 20 Millionen Dollar einbringen könnte. Nicht schlecht, wenn man berücksichtigt, dass die Koreaner damit lediglich die Rechte für China vergeben haben. Und nur für ein Spiel. Aber auch für The 9 dürfte sich die Partnerschaft auszahlen. Schon mit dem letzten Joint Venture – ebenfalls mit Webzen für deren erfolgreiche „MU“-Saga – erreichte das chinesische Unternehmen in der Spitze 300.000 Spieler gleichzeitig. Um das Wachstum zu beschleunigen, hat Kim Nan Joo im letzten Jahr insgesamt neun Entwicklungsstudios gekauft, in denen 450 Programmierer an neuen Titeln – auch für Konsolen – tüfteln. Der Webzen-Vorstand kann sich solche Hauruck-Aktionen leisten, denn die Kassen seines Unternehmens sind mit rund vier Dollar pro Aktie ausgesprochen gut gefüllt. Die solide Finanzausstattung sollte den Aktienkurs nach unten absichern.

Fazit

Webzen greift an. Die Firma investiert massiv in neue Spiele und Technologien und sollte die Früchte dieser Arbeit im Laufe dieses Jahres ernten. Anleger, die erst dann investieren, dürften zu spät kommen. Wer sich für Webzen interessiert, sollte jetzt auf die Käuferseite wechseln

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