- DER AKTIONÄR

Knoten geplatzt

Koordinierter Kampf gegen Vogelgrippe, Terror und Naturkatastrophen mithilfe der Pro-DV-Software. Die Aktie ist deutlich unterbewertet und hat das Zeug zum Verdoppler.

Damit ist der gordische Knoten geplatzt“, so Pro-DV-Chef Klaus Bullmann im Gespräch mit dem AKTIONÄR. Der IT-Spezialist meldete nach langer Verzögerung einen sehr bedeutenden Großauftrag der nun weitere Aufträge nach sich ziehen dürfte. So hat das Bundesministerium des Innern Pro DV mit der Erweiterung des Zivil- und Katastrophenschutzsystems des Bundes deNIS II beauftragt. deNIS II gibt allen an das Computersystem angeschlossenen Behörden den gleichen, großflächigen Blick auf eine Gefahrenlage. Dies hilft den Krisenstäben, Hilfseinsätze effizient zu koordinieren. Der Einsatz von deNIS ist bei Überschwemmungen, Terroranschlägen oder einer Vogelgrippe-Epidemie denkbar.

Vorreiter Bund

Weitere Aufträge dürften nun folgen und für eine Gewinnexplosion sorgen. Denn nachdem sich der Bund für die Weiterentwicklung der Lösung entschieden hat, ist davon auszugehen, dass die Bundesländer nachziehen und sich an das System anbinden werden. Wie der AKTIONÄR erfahren hat, sind die Gespräche mit mindestens zwei Ländern bereits weit fortgeschritten. Weitere Fantasie verspricht eine verstärkte Expansion ins Ausland. 2006 will Pro DV bereits bis zu 40 Prozent seiner Umsätze mit dem Bereich Zivil- und Katastrophenschutzlösungen erzielen.

Hohe Gewinnmarge

Weil die Entwicklungsarbeit für die neue Anwendung noch im Jahr 2005 angefallen ist, war dieses noch schwer defizitär: So wurde bei Umsätzen von 12,6 Millionen Euro ein EBIT von Minus 5,8 Millionen Euro eingefahren. Doch nun scheint der Knoten geplatzt und ein profitables Jahr 2006 sicher. Alleine der jetzt gemeldete Auftrag beschert Pro DV einen „deutlich siebenstelligen Deckungsbeitrag“. Kursierende Schätzungen im Markt, wonach Pro DV 2006 einen Wachstumsschub auf 20 Millionen Euro und einen deutlichen Jahresüberschuss erreichen kann, bezeichnete Bullmann gegenüber dem AKTIONÄR als „realistisch“. Das geschätzte 2006er-KGV liegt bei 10. Hinzu kommt, dass die Marktkapitalisierung in Höhe von 16 Millionen Euro zu zwei Drittel durch liquide Mittel abgedeckt ist.

Fazit

Damit ist die Aktie rund 100 Prozent unterbewertet. Mit dem jüngsten Auftrag wurde der Umschwung bei Pro DV eingeläutet. Auch charttechnisch hat sich das Bild aufgehellt. Dennoch sollte beim Kauf diszipliniert limitiert werden.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV