PFLEIDERER AG
- DER AKTIONÄR

Kluger Schachzug

Das Geschäft ist schon fast in trockenen Tüchern: Zwar beginnt die vierwöchige Annahmefrist des Übernahmeangebots der auf Holzwerkstoffe spezialisierten Pfleiderer AG für die schwedische Pergo-Gruppe erst Ende Januar. Doch das Pergo-Management hat seinen Aktionären bereits einstimmig die Annahme der angebotenen 51 SEK pro Aktie empfohlen. Auch drei Großaktionäre, die gemeinsam rund 42 Prozent der Anteile halten, äußerten sich positiv.

Mit dem Kauf des schwedischen Laminatbodenherstellers Pergo tätigt die Pfleiderer AG einen wichtigen Schritt – auch Analysten sind davon überzeugt.

Das Geschäft ist schon fast in trockenen Tüchern: Zwar beginnt die vierwöchige Annahmefrist des Übernahmeangebots der auf Holzwerkstoffe spezialisierten Pfleiderer AG für die schwedische Pergo-Gruppe erst Ende Januar. Doch das Pergo-Management hat seinen Aktionären bereits einstimmig die Annahme der angebotenen 51 SEK pro Aktie empfohlen. Auch drei Großaktionäre, die gemeinsam rund 42 Prozent der Anteile halten, äußerten sich positiv.

Strategischer Zug

Für Pfleiderer bietet der Deal mehrere aussichtsreiche Perspektiven. Der Erfinder des Laminatbodens Pergo erwirtschaftet derzeit Umsätze in Höhe von rund 330 Millionen Euro, also nur rund zehn Prozent weniger als der umgerechnete Kaufpreis. Etwa 60 Prozent der Erlöse entfallen auf den nordamerikanischen Markt. Dadurch wird das Unternehmen mit Sitz in Neumarkt Marktführer in den USA. Ein weiterer Vorteil liegt am schwedischen Standort selbst – von dort kann Pfleiderer optimal in Richtung Osteuropa wirtschaften. Vorstandsvorsitzender Hans Overdiek sieht dort traumhafte Wachstumsraten von bis zu zwölf Prozent. Daneben sollten sich auch Synergieeffekte mit Pergo ergeben.

Erfolgsstory

Pfleiderer hat schwere Zeiten hinter sich – erst seit der Fokussierung auf Spanplatten und andere Holzwerkstoffe im Jahr 2002 laufen die Geschäfte wieder wesentlich besser. Bei einem unterstellten aber durchaus realistischem Wachstum von etwa zehn Prozent sieht der Vorstand den Umsatz im Jahr 2007 rein organisch auf 1,9 Milliarden Euro anwachsen. Das wäre immerhin ein Zuwachs von mehr als 35 Prozent und unterstreicht den bisherigen Wachstumskurs der Firma. Der Gewinn soll sogar überproportional zulegen. Dabei helfen auch Verlustvorträge, die in den mageren Jahren angehäuft wurden. Trotz der guten Aussichten wird es aber nur eine geringe Dividendenerhöhung geben, denn Pfleiderer plant weitere Zukäufe.

Mit Holz Kohle machen

Die Story rund um Pfleiderer wird immer interessanter. In Anbetracht des anvisierten Wachstums scheint auch das 2008er-KGV von 13 nicht teuer. Wird zudem der nächste Zukauf ein ähnlich kluger Schachzug wie mit Pergo, sollte sich das Papier mehr als erfreulich entwickeln und sollte unbedingt ins Depot.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 06/2007.

Hier erhalten Sie weitere Informationen zum Magazin.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Markus Bußler | 0 Kommentare

Pfleiderer: Ein Nachruf

Das war es also. Mit einer Ad Hoc geht die Börsenstory Pfleiderer zu Ende. „Mit der Eintragung der Kapitalmaßnahmen ist eine fast zweijährige, überaus komplexe Restrukturierung erfolgreich zum Abschluss gebracht worden“, sagte Vorstandsvorsitzender Hans-Joachim Ziems zum Abschluss. mehr
| Markus Bußler | 0 Kommentare

Pfleiderer: BaFin ermittelt!

Der Fall Pfleiderer hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) auf den Plan gerufen. „Ja, wir sind informiert und prüfen einen möglichen Missbrauch“, bestätigte eine Sprecherin der BaFin auf Anfrage des AKTIONÄR. Zum Stand der Ermittlungen machte sie keine Angaben. mehr
| Markus Bußler | 0 Kommentare

Pfleiderer: Falschmeldung?

Die Aktie von Pfleiderer ist nach einer Meldung, wonach Anleger auf ein Abfindungsangebot hoffen können, fast 200 Prozent nach oben geschnellt. Doch Anleger sollten sich in Acht nehmen. Bei der Meldung könnte es sich um ein absichtlich gestreutes Gerücht handeln, das jeglicher Grundlage entbehrt. mehr
| Markus Bußler | 0 Kommentare

Pfleiderer: Die 400-Prozent-Chance?

Damit haben wohl selbst die kühnsten Optimisten nicht mehr gerechnet. Die Aktie des Holzverarbeiters Pfleiderer ist in den vergangenen beiden Tagen zu neuem Leben erwacht. Und wie! Der Grund: Die Aktionäre hoffen auf ein Abfindungsangebot. Zu schön, um wahr zu sein? mehr
| Markus Bußler | 0 Kommentare

Pfleiderer: Ein Zockerpapier ohne Chance

Die Aktie des insolventen Holzverarbeiters Pfleiderers befindet sich fest in der Hand von Zockern. Kurzzeitig lief das Papier von unter 0,10 Euro auf knapp 0,40 Euro, nur um dann genauso schnell wieder einbrechen. DER AKTIONÄR rät Anlegern, die Finger von der Aktie zu lassen. Es droht der Totalverlust. mehr