Klöckner & Co
- Markus Bußler - Redakteur

Klöckner & Co: Was plant Knauf?

7,82 Prozent sind es genau, die Baustoff-Milliardär Albrecht Knauf über Interfer an dem Stahlhändler Klöckner & Co erworben hat. Doch was plant der umtriebige Geschäftsmann. Die Mehrheit der Marktteilnehmer geht davon aus, dass er keine Übernahme plant. Doch stimmt das?

Der Paukenschlag kam heute Morgen in Form einer Stimmrechtsmitteilung. Der Dortmunder Stahlhändler Interfer hat sich mit 7,82 Prozent bei dem Konkurrenten Klöckner & CO eingekauft. Damit ist Interfer, hinter dem die Knauf-Gruppe steht, zum mit Abstand größten Einzelaktionär aufgestiegen. Die Aktie der im MDAX notierten Klöckner & Co sprang nach oben und gab ihren Gewinn bis zum frühen Nachmittag auch nicht wieder ab.

1.294 Prozent Gewinn

Analysten rätseln

Übernahmefantasie keimte auf. Doch die Analysten sind nahezu einhellig der Ansicht, dass Knauf keine Übernahme plane. Synergien gebe es keine, heißt es. Manfred Jaisfeld von der National-Bank geht in einer ersten Stellungnahme davon aus, dass angesichts der Marktkapitalisierung von rund einer Milliarde Euro die Übernahme eines Mehrheitsanteils eher unwahrscheinlich ist. Vielmehr glaubt der Experte an eine „Wette eines Brancheninsiders auf eine Erholung des Stahlmarktes". Interfer selbst bezeichnet die Beteiligung als strategische Ausweitung der Aktivitäten im Stahlhandel. Auch Ingo-Martin Schachel von der Commerzbank rätselt über die Gründe für den Einstieg. Er hat aber sein Kursziel bei 9,00 Euro belassen. Offensichtlich glaubt er nicht an eine Übernahme.

Das Forbes-Magazin hat das Privatvermögen von Albrecht Knauf auf rund 2,5 Milliarden Euro geschätzt. Auch als Baustoffproduzent ist das Unternehmen höchst erfolgreich. 2011 hat die Knauf Gruppe einen Umsatz von rund 5,7 Milliarden Euro erwirtschaftet. Eine Übernahme von Klöckner & Co kann nach Ansicht des AKTIONÄRs daher nicht mit Verweis auf die Marktkapitalisierung von rund einer Milliarde Euro abgetan werden. Gemeinsam würden die beiden Unternehmen rund sieben bis neun Prozent des Stahlhandels kontrollieren. Kartellrechtliche Bedenken dürfte es daher auch nicht geben. Daher glaubt DER AKTIONÄR, dass eine Übernahme durchaus im Bereich des möglichen ist. In den kommenden Wochen könnte Knauf die Beteiligung an Klöckner & Co weiter ausbauen. Durchaus möglich, dass Interfer zunächst eine Sperrminorität an Klöckner & Co erwirbt. Angesichts der Aktionärsstruktur - fast alle Aktien befinden sich im Streubesitz - hätte Interfer auf der kommenden Hauptversammlung faktisch das Sagen. Die Story bleibt spannend. Investierte Anleger bleiben an Bord und ziehen ihren Stopp auf 9,30 Euro nach.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema: