Klöckner & Co
- Markus Bußler - Redakteur

Klöckner & Co: Schlechte Aussicht

Die deutschen Stahltitel haben in den vergangenen Tagen teils starke Kursgewinne verbucht. Doch fundamental untermauern lässt sich diese Rallye nicht. Entsprechend vorsichtig bleiben die meisten Analysten. Die Experten von der National-Bank allerdings raten zum Kauf der Aktie von Klöckner & Co. Das Kursziel haben sie allerdings gesenkt.

Der Stahlhändler habe ein schwaches erstes Quartal hinter sich und die Aussichten auf eine Belebung des Geschäfts im Jahresverlauf hätten sich verschlechtert, schrieb Analyst Manfred Jaisfeld in einer Studie. Er gehe jetzt auch wegen der Schließungen von Niederlassungen in Europa von einem Umsatzrückgang von fünf Prozent in diesem Jahr aus. Bei den Margen habe der Konzern dank der Umstrukturierungen den Tiefpunkt zwar wohl schon hinter sich. Das Ziel einer Gewinnmarge (EBITDA) von sechs Prozent sei aber in den kommenden fünf Jahren nicht zu erreichen. Das Kursziel reduziert Jaisfeld von 12,50 auf 11,50 Euro.

Großinvestor sorgt für Fantasie

Auch die NordLB hat das Kursziel für Klöckner & Co gesenkt. Und zwar von 13,00 auf 11,50 Euro. Aber auch hier lautet die Einstufung „Kaufen". Analyst Holger Fechner sprach von einem durchwachsenen ersten Quartal, in dem der Stahlhändler auf der Absatz- und Umsatzseite enttäuscht habe. Immerhin sehe die operative Entwicklung dank Erfolgen des Einsparprogramms weitestgehend zufriedenstellend aus, und auch die Fantasie um die Pläne des neuen Ankerinvestors stütze. Allerdings schwänden die Hoffnungen auf eine Besserung im weiteren Jahresverlauf, weshalb der Vorstand den Jahresausblick in Frage stelle.

Zwar ist in der Tat noch unklar, welche Ziele Investor Albrecht Knauf bei Klöckner & Co verfolgt. Doch die Euphorie ist vorerst verflogen. Der Blick auf das fundamentale Umfeld verheißt nichts Gutes. Die Jahresprognose dürfte nicht erreicht werden und eine Belebung des Stahlsektors - insbesondere in Europa - scheint in weiter Ferne gerückt zu sein. DER AKTIONÄR bliebt bei seiner Meinung: Es gibt derzeit weitaus interessantere Titel auf dem deutschen Kurszettel.

(mit Material von dpa-AFX)

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