Klöckner & Co
- Markus Bußler - Redakteur

Klöckner & Co: Schlecht, schlechter, Klöckner?

Es ist eine zweifelhafte Ehre, die der Aktie des Stahlhändlers Klöckner & Co zuteil wird: Myles Allsop, Analyst bei der Schweizer Großbank UBS, hat das Papier auf die Least Preferred List europäischer Metall- und Minenaktien gesetzt. Sein Anlagevotum lautet „Sell“.

Der Experte rechtfertigt die Abstufung des Unternehmens mit den Kursgewinnen seit Monatsbeginn. Das derzeitige Kursniveau decke sich nicht mehr länger mit den Fundamentaldaten. Die Aktie verzeichnet heute nach der Abstufung in einem insgesamt freundlichen Marktumfeld leichte Verluste.

Was wird aus der Konjunktur?

Für Anleger stellt sich die Frage: Hat Allsop recht? Sollte man das Papier jetzt verkaufen? Sicherlich tummeln sich derzeit zahlreiche Trader in dem Papier, die an der unteren Begrenzung des Seitwärtstrend im Bereich von 7,00 Euro Positionen aufbauen, um sie dann im Bereich von 8,00 Euro wieder zu verkaufen. Ein Blick auf den Chart verrät: Diese Taktik konnte in den vergangenen Wochen durchaus lukrativ sein. Mittel- bis längerfristige Anleger müssen jedoch über diesen Tellerrand hinausblicken und sich eine Meinung zum weiteren Verlauf der Konjunktur und damit auch der Stahlpreise bilden. Klöckner & Co gilt als extrem konjunktursensibler Titel. Sprich: Springt die Konjunktur an und erholen sich die Stahlpreise von ihren Tiefständen, wird auch die Aktie von Klöckner & Co vor einem Comeback stehen. Dabei sind für den Stahlhändler vor allem die Märkte in Nordamerika und Europa wichtig.

USA und Europa im Blickpunkt

In den USA konzentriert sich derzeit fast das gesamte Interesse der Finanzbranche auf die Fiskalklippe. Zuletzt ist die Hoffnung wieder etwas gestiegen, dass sich Demokraten und Republikaner auf einen Kompromiss einigen können und eine Rezession vermieden werden kann. In Europa sieht dies etwas anders aus: Die Schuldenkrise hat bereits in zahlreichen Eurostaaten zu einem Rückgang der Wirtschaftsleistung geführt. Dies bekommt das verarbeitende Gewerbe aber auch die Bauindustrie als Abnehmer von Klöckner & Co zu spüren. Dennoch: Zuletzt zeigte sich der Branchenverband zuversichtlich, dass es ab Mitte des kommenden Jahres zu einer Erholung bei der Stahlnachfrage kommen wird. Dies hat sicherlich auch damit zu tun, dass Stahlproduzenten in den vergangenen Wochen dazu übergegangen sind, die Produktion zu drosseln, um so Überkapazitäten aus dem Markt zu nehmen.

Wer also glaubt, dass sich die Weltwirtschaft fängt und auch in Europa das Schlimmste in der Realwirtschaft überstanden ist, für den ist die Aktie von Klöckner & Co auf dem aktuellen Niveau eine Überlegung Wert. Zwar wird das Umfeld auf Sicht der nächsten Wochen stürmisch bleiben. Doch alleine, dass die Abstufung von UBS zu keiner großen Kursreaktion geführt hat, zeigt, dass die Aktie ziemlich ausgebombt ist. Auf mittlere Sicht könnte sich ein Engagement also durchaus als lukrativ herausstellen.  

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