Klöckner & Co
- Markus Bußler - Redakteur

Klöckner & Co: Dickes Minus vor den Zahlen

Die Aktie des Stahlhändlers Klöckner & Co steht heute deutlich unter Druck. Offensichtlich nehmen Anleger vor den Zahlen Gewinne mit. Das im MDAX notierte Unternehmen wird am kommenden Mittwoch seine Zahlen für das abgelaufene Jahr vorlegen. Experten rechnen mit einem hohen Verlust.

Die niedrigen Preise und die schwache Wirtschaftslage in weiten Teilen Europas setzten dem MDax-Unternehmen schon in den ersten drei Quartalen zu, daran dürfte sich auch in den Schlussmonaten nichts geändert haben. Für das laufende Jahr sind die Experten aber deutlich optimistischer. Sie rechnen damit, dass KlöCo dann dank des harten Sparprogramms auch unter dem Strich wieder Gewinne erzielt. Die von der Nachrichtenagentur Bloomberg bis zum 4. März befragten Analysten rechnen mit einem Umsatzplus von fünf Prozent auf knapp 7,5 Milliarden Euro. Das liegt vor allem an Zukäufen in den USA und Brasilien, die 2011 noch nicht vollständig zum Jahresergebnis beitrugen.

110 Millionen Euro Verlust erwartet

Der operative Gewinn dürfte hingegen um fast 60 Prozent auf 92,4 Millionen Euro eingebrochen sein. Der Konzern selbst gab nach mehreren Prognosesenkungen im November eine Bandbreite von 130 bis 140 Millionen Euro als Ziel aus. Dabei sind allerdings Kosten von 60 Millionen Euro für das Sparprogramm herausgerechnet. Unter dem Strich erwarten die Analysten einen Verlust von fast 110 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 12 Millionen vor einem Jahr.

Sparprogramm

Im Januar hatte sich Vorstandschef Gisbert Rühl etwas optimistischer geäußert und für 2013 einen Zuwachs beim EBITDA in Aussicht gestellt sowie netto wieder schwarze Zahlen. Dazu soll vor allem das Sparprogramm beitragen, das der Vorstand im Herbst noch einmal deutlich ausgeweitet hatte. Das Unternehmen will nun 1.800 Stellen oder 16 Prozent der gesamten Belegschaft abbauen. Rund 60 von 290 Standorten wollte KlöCo schließen oder verkaufen. So trennt sich der Konzern von seinem gesamten Osteuropageschäft, dieser Schritt soll im ersten Quartal abgeschlossen werden.

Auch Deutschland bleibt von den Einschnitten nicht verschont. Im vergangenen Jahr trennte sich KlöCo von rund 200 Beschäftigten vor allem in der Duisburger Konzernzentrale. Eine weitere dreistellige Beschäftigtenzahl soll nach Angaben vom November nun folgen. Durch die Einsparungen will KlöCo von 2014 an das operative Ergebnis um 150 Millionen Euro verbessern. Rund 500 Millionen Euro Jahresumsatz sollen dem Sparprogramm zum Opfer fallen.

Zuletzt sorgte der Einstieg des Milliardärs Albrecht Knauf für Phantasie. Mit seiner Essener Stahlhandelsgesellschaft Interfer hatte er sich im Februar 7,82 Prozent KlöCo-Aktien gekauft. KlöCo selbst berichtete, dass Knauf strategisches Interesse habe. Eine Mehrheitsübernahme halten Analysten derzeit aber eher für unwahrscheinlich, eine engere Kooperation bis hinzu einem Zusammenschluss mit Interfer aber für gut möglich

Nach dem rasanten Kursanstieg der vergangenen Tage ist es zuletzt ruhig geworden um das Papier des Stahlhändlers. Noch immer ist nicht ganz klar, welches Interesse Albrecht Knauf mit dem Kauf des Anteils verfolgt. Jedoch spricht der Kursverlauf eindeutig dafür, dass er hinter den Kulissen weiter aufgestockt hat. Anleger bleiben unter Beachtung ihres Stoppkurses an Bord.

(mit Material von dpa-AFX)

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