ABSOLUTE SOFTWARE...
- DER AKTIONÄR

Klein und gemein

Die Statistik ist alarmierend: Alleine in den USA, so schätzen Experten, werden Jahr für Jahr 600.000 Notebooks gestohlen. Tendenz steigend. Während der Verlust des mobilen Büros für Schüler und Studenten unter günstigen Umständen nur finanzielle Folgen hat, sehen sich Firmen häufig viel größeren Problemen gegenüber. So musste der Kaffeeröster Starbucks Anfang November einräumen, dass vier Firmen-Notebooks abhanden gekommen sind.

Notebook-Diebstahl ist ein klasse Geschäft - und zwar nicht nur für Diebe, sondern auch für Absolute Software.

Die Statistik ist alarmierend: Alleine in den USA, so schätzen Experten, werden Jahr für Jahr 600.000 Notebooks gestohlen. Tendenz steigend. Während der Verlust des mobilen Büros für Schüler und Studenten unter günstigen Umständen nur finanzielle Folgen hat, sehen sich Firmen häufig viel größeren Problemen gegenüber. So musste der Kaffeeröster Starbucks Anfang November einräumen, dass vier Firmen-Notebooks abhanden gekommen sind – inklusive der vertraulichen Daten von 60.000 Mitarbeitern. Ein immenser Imageschaden für die Gesellschaft. Und dabei können die Verantwortlichen noch von Glück reden, dass sich keine Betriebsgeheimnisse auf den Rechnern befunden haben.

Starkes Wachstum

Der Trend zum schnellen Notebook-Klau hat IT-Sicherheitsfirmen mit entsprechenden Lösungen einen Verkaufsschub beschert. Der Marktführer in diesem Segment, Absolute Software, verzeichnete im vergangenen Fiskaljahr 2006 (bis 30.06) einen Zuwachs bei den abgeschlossenen Verträgen von 70 Prozent. Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um 54 Prozent. Flaggschiff des Entwicklers ist Computrace LoJack, mit dessen Hilfe sich Notebooks aufspüren beziehungsweise Festplatten ferngesteuert löschen lassen. Geht ein Dieb mit einem geklauten Notebook ins Internet, dann benachrichtigt die eingebaute Software unter Angabe des Standortes automatisch ein Kontrollcenter von Absolute Software. Von dort aus wird ein Team losgeschickt, das dann das Notebook sicherstellt.

Der Massenmarkt lockt

Absolute Software hat bereits 800.000 Lizenzen für seine Technologie verkauft, allerdings überwiegend an Geschäftskunden wie 3Com. Jetzt haben die Kanadier auch den Massenmarkt ins Visier genommen. Verschiedene US-Ketten, darunter der Büroausstatter Office Depot, bieten ihren Kunden 3-Jahres-Lizenzen für 99 Dollar an. Selbst Wal-Mart, die weltweit größte Supermarktkette, hat zuletzt bestimmte Computermodelle inklusive Computrace vermarktet. Jetzt zahlt es sich aus, dass Absolute-Vorstandschef John Livingston mit verschiedenen Erstausrüstern wie Dell, Gateway und Hewlett-Packard schon früh Kooperationsvereinbarungen eingegangen ist. Die PC-Hersteller haben Computrace bereits vorinstalliert und der Kunde muss sich eine entsprechende Lizenz nur noch freischalten lassen.

Der Zug rollt

Die Zahl der Notebook-Diebstähle wird in den kommenden Jahren weiter zunehmen und Absolute Software hat sich ausgezeichnet im Markt für entsprechende Sicherheitslösungen positioniert. Konkurrenten muss das Unternehmen ebenfalls kaum fürchten: Die Kanadier haben Schlüsseltechnologien patentieren lassen.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 52/06 - 01/07.

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