- Andreas Deutsch - Redakteur

Organisierte Kriminalität - New-Economy-Schreck verhaftet

Im Kampf gegen die Tauschplattform Megaupload ist den amerikanischen Behörden offenbar ein Coup gelungen. Vier Verantwortliche der Seite wurden festgenommen, darunter der aus New-Economy-Zeiten bekannte und berüchtigte Kim Schmitz. Megaupload soll einen Schaden von 500 Millionen Dollar verursacht haben.

Die US-Justiz hat am Donnerstag die Seite Megaupload.com geschlossen. Die Netzaktivisten der Gruppe Anonymous reagierten mit einem Angriff auf die Webseiten des FBI und des US-Justizministeriums. Erst nach Stunden waren die Seiten wieder erreichbar. Auch die Homepages des Musikindustrie-Verbandes RIAA und des Marktführers Universal Music Group griffen die Anonymous-Aktivisten an.

175 Millionen Dollar eingenommen

Schmitz und den anderen Angeklagten drohen in den USA langjährige Haftstrafen. Ihnen werden Verschwörung zu organisierter Kriminalität, Geldwäsche und Verstöße gegen das Urheberrecht vorgeworfen.

Bei Megaupload handelte es sich um eine Tauschplattform von enormer Größe. Internetnutzer konnten dort Dateien kostenlos hoch- und herunterladen. Die Anklage wirft den Betreibern vor, die Seite ausdrücklich als Tauschbörse für urheberrechtlich geschützte Inhalte eingerichtet zu haben. Megaupload hatte den Angaben zufolge 150 Millionen registrierte Benutzer und sei rund 50 Millionen Mal täglich aufgerufen worden. Mit illegalen Angeboten sollen die Betreiber der Plattform mehr als 175 Million Dollar eingenommen haben.

Der notorische Kim Schmitz

Laut FBI ist Schmitz eine zentrale Figur von Megaupload. Der 37-Jährige war schon Mitte der 90er-Jahre als Hacker in Erscheinung getreten. 1998 wurde er wegen Betrugs, Computerbetrugs, Bandenhehlerei und Missbrauchs von Titeln zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. 2001 versprach Schmitz, der angeschlagenen New-Economy-Firma Letsbuyit.com zu helfen. Allerdings blieb es bei der Ankündigung. Da der Aktienkurs von Letsbuyit.com bereits einen Tag vor Schmitz' Ankündigung extrem zulegte, ermittelte die Staatsanwaltschaft wegen Insiderhandels. 2002 wurde Schmitz wegen Insiderhandels und Veruntreuung zu Bewährungsstrafen verurteilt.

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