KHD Humboldt Wedag
- Werner Sperber - Redakteur

KHD Humboldt und E.on im Blick der Anleger; Börsenwelt Presseschau II

Zukunftswerte schimpft über den Vorstand von KHD Humboldt Wedag International und hält die Aktie für eindeutig unterbewertet. Die Börse am Sonntag geht davon aus, dass E.on mit einem Zertifikat auch für vorsichtige Anleger investierenswert ist.


Börsenwelt Presseschau: Die Experten von Zukunftswerte beschäftigen sich mit der KHD Humboldt Wedag International, einer verwaltenden Holding, deren Teilgesellschaften Anlagen für die Zementindustrie planen und bauen. Zum Kernsortiment gehören Maschinen zur Zerkleinerungs- und Verbrennungstechnik. Erst einen einzigen Tag vor der Hauptversammlung hat der Vorstand von KHD diese Veranstaltung aus "technischen Gründen" abgesagt. Die Experten haben beim Management nachgefragt, was denn unter "technischen Gründen" konkret zu verstehen sei, aber bis zum Redaktionsschluss keine Antwort erhalten. Der Vorstand hat die Hauptversammlung für den 5. Oktober 2012 angesetzt und erklärt, die Absage stehe weder im Zusammenhang mit einem Übernahmeangebot noch mit Entwicklungen im operativen Geschäft. Die kurzfristige Absage sei äußerst unprofessionell und zeige einmal mehr, dass Vorstandsvorsitzender Jouni Salo mit seiner Auffassung völlig daneben liegt, keinen Finanzvorstand zu benötigen. Eine weitere Panne ist die Auszahlung einer Dividende von 0,12 Euro je Aktie, die aufgrund des fehlenden Beschlusses einer Hauptversammlung keine rechtliche Grundlage hat. Die verbliebenen Aktionäre sind wohl eher hartgesotten, denn sie hielten weitgehend an den Papieren fest, auch als der Vorstand Aussagen bezüglich der Ziele für das Gesamtjahr 2012 tätigte. Demzufolge soll der Umsatz das Niveau des Jahres 2011 halten, die EBIT-Marge jedoch nur zwei bis vier Prozent erreichen. Damit dürften das operative Ergebnis und der Gewinn wohl auf weniger als die Hälfte des Vorjahres einbrechen. Im Jahr 2011 verdiente KHD 0,28 Euro je Aktie. Dennoch ist die Aktie massiv unterbewertet, denn der Kurs ist niedriger als der Netto-Barbestand. Sollten die sogenannten "aktiven Aktionäre" bei der Hauptversammlung ihre Kandidaten für den Aufsichtsrat gegen die Verwaltung von KHD durchsetzen, könnten diese eine aktionärsfreundlichere Geschäftspolitik erreichen, was dem Aktienkurs nur helfen kann. Die zur abgesagten Hauptversammlung von diesen "aktiven Aktionären" vorgeschlagenen Kandidaten waren Michael Busch, ehemaliger Vorstand der Dyckerhoff AG, und Friedrich Trautwein, früherer Vorstandsvorsitzender der SMT Scharf AG.


Die Börse am Sonntag: Die Aussichten sind gut, auch für vorsichtige Anleger

Die Aussichten für E.on haben sich seit dem vergangenen Jahr deutlich verbessert. Das ist jedenfalls die Meinung der Experten der Börse am Sonntag und wohl auch die der Anleger, denn der Aktienkurs hat jüngst deutlich zugelegt. Dass der Energieversorgungskonzern wieder in die Erfolgsspur zurückkommt, lässt sich auch an den vorläufigen Halbjahreszahlen ablesen. Angesichts dieser erfreulichen Perspektiven rät Robert Chandry, Analyst der Berenberg Bank dazu, die Aktie von E.on zu halten. Sein Kursziel beträgt 20 Euro. Allerdings drängt sich ein Kauf der Aktie derzeit nicht auf, da die Notierung in den zurückliegenden zwei Monaten um respektable 26 Prozent stieg. Bis auf Weiteres dürfte sich der Kurs deshalb wenig verändern. Insofern sollten vorsichtige Anleger das am 26. Juli 2013 fällige Discount-Zertifikat (WKN UB9 DHQ) der UBS auf E.on kaufen. Die Bank zahlt höchstens 16 Euro zurück, was einer Rendite von 8,9 Prozent entspricht beziehungsweise 9,5 Prozent auf ein Jahr gerechnet.

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