DELTA PETROLEUM
- DER AKTIONÄR

Kerkorian macht jetzt in Öl

Der US-Milliardär Kirk Kerkorian ist bei der Öl- und Gasfirma Delta Petroleum eingestiegen. Es ist durchaus möglich, dass hier neue Reserven vor der Entdeckung stehen.

Der US-Milliardär Kirk Kerkorian ist bei der Öl- und Gasfirma Delta Petroleum eingestiegen. Es ist durchaus möglich, dass hier neue Reserven vor der Entdeckung stehen.

Es war wie Balsam auf die Seele der arg gebeutelten Aktionäre von Delta Petroleum. Über seine Beteiligungsgesellschaft Tracinda erwarb der 90-jährige Milliardär Kirk Kerkorian 35 Prozent an dem Gas- und Ölkonzern aus Denver. Er zahlte 684 Millionen beziehungsweise 19 Dollar je Aktie. Das entsprach einem Preisaufschlag von 23 Prozent auf den letzten Schlusskurs. Nach Bekanntgabe des Deals legte die Aktie um 19 Prozent auf 18,40 Dollar zu. Bei der Transaktion handelt es sich um Kerkorians erstes Investment im Energiesektor überhaupt.

Frische Mittel sorgen für Fantasie

Die frischen Gelder will die Gesellschaft in die weitere Expansion investieren. Vor allem das Bohrprogramm in den gasreichen Regionen Piceance und Paradox in Colorado beziehungsweise Utah will Vorstandschef Roger Parker stärker als bislang voran treiben. Parker beschrieb den Deal vor Investoren als „sehr bedeutungsvoll“, die Firma sei nun „schneller und effizienter“. Außerdem sieht er einen „signifikanten finanziellen Spielraum“: Nun könnten Bohrprogramme langfristig finanziert werden. Zusätzlich seien neue Projekte möglich. Selbst Akquisitionen schließt er in den Kernregionen nicht mehr aus.
Parker erläuterte, dass Kerkorian vor acht Wochen das Unternehmen unter die Lupe nahm. Vor vier Wochen trat er dann mit dem Management in Kontakt. Schließlich ging der Deal zügig über die Bühne. Der Finanzinvestor zählt zu den zehn reichsten Amerikanern. Den Großteil seines Vermögens hat der armenische Immigrant in der Glücksspielmetropole Las Vegas aufgebaut. Er gründete das MGM Mirage, den zweitgrößte Spielkasino-Konzern der Welt, den er noch heute kontrolliert.

Aktie stand unter Druck

Seit Ende 2006 befand sich Delta Petroleum in einem stetigen Abwärtstrend: Von knapp 30 Dollar sackte das Papier auf zuletzt 15 Dollar ab, obwohl der Ölpreis von einem Rekord zum nächsten jagt. Es lastete Druck auf der Aktie, weil der Spielraum zur Finanzierung der Bohrungsvorhaben immer enger wurde.

2006 verdreifachte sich der Umsatz auf 181 Millionen Dollar. Operativ fiel jedoch ein Verlust von 4,9 Millionen Dollar an. 2007 dürfte der Erlös weiter gestiegen sein. Jedoch ist der Turnaround selbst im laufenden Jahr noch nicht absehbar.

Fazit

Mit Kerkorians Einstieg nimmt das Interesse institutioneller und privater Anleger zu. Dass Kerkorian für sein Öl-Investment nur einen Aufkäufer sucht, um einen guten Schnitt zu machen, ist durchaus möglich. Die Ölpreishausse hilft ihm dabei.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 03/2008.

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