Zapf Creation
- DER AKTIONÄR

Keine höheres Angebot

Langsam wird es spannend. Am 31. Juli um 12 Uhr endet die Frist, in der die Aktionäre der Zapf Creation AG das Angebot über 10,50 Euro je Aktie von NamcoBandai annehmen können. DER AKTIONÄR hatte in dieser Woche Gelegenheit, sich mit dem Europa-Chef von Bandai, Masayuki Matsuo, an einen Tisch zu setzen und ausführlich über die geplante Übernahme zu sprechen.

Langsam wird es spannend. Am 31. Juli um 12 Uhr endet die Frist, in der die Aktionäre der Zapf Creation AG das Angebot über 10,50 Euro je Aktie von NamcoBandai annehmen können.

DER AKTIONÄR hatte in dieser Woche Gelegenheit, sich mit dem Europa-Chef von Bandai, Masayuki Matsuo, an einen Tisch zu setzen und ausführlich über die geplante Übernahme zu sprechen. Seit der Empfehlung in Ausgabe 30/2006 des AKTIONÄRs hat sich zudem einiges bei Zapf Creation getan, was eine Neueinschätzung erforderlich macht. Für Bandai ist Zapf vor allem wegen des eingeführten Markennamen und der in Deutschland etablierten Produkte interessant. Aus eigener Kraft einen profitablen Marktzugang in Deutschland zu erreichen, ist bei einem Marktanteil von derzeit 0,5 Prozent schwer für Bandai. Dafür braucht man „die notwendige Masse“ so Matsuo. Und dies geht nur über Zukäufe.

"Dann sind wir weg!"

Aufgrund der jüngsten Meldungen ist aus unserer Sicht wahrscheinlich, dass Bandai die notwendige Annahmequote von 75 Prozent bis Montag Mittwoch nicht zu Stande bekommt, nachdem der US-Spielehersteller MGA 19,4 Prozent und die Hedgefonds-Gesellschaft Trafalger Asset Management 5,6 Prozent an Zapf erworben haben. Trafalgar ist erst kürzlich bei den Franken eingestiegen und spekuliert anscheinend auf ein höheres Angebot. Derartigen Spekulationen tritt Matsuo entschieden entgegen. „Wir werden kein höheres Angebot abgeben“, so der Japaner. Der Preis von 10,50 Euro sei nur gerechtfertigt, weil Bandai bei der Bewertung der Rödentaler „das Synergiepotenzial aus einem Zusammenschluss mit berücksichtigt“ . Die jüngsten Analystenstudien sahen den fairen Wert unter neun Euro. Die Frage ist nun, was MGA mit Zapf vor hat. Ein Gegenangebot hat es bisher nicht gegeben, und es sieht derzeit eher danach aus, als wolle MGA lediglich eine Kooperation mit dem Puppenhersteller eingehen. Dieser braucht jedoch eine Kapitalspritze, um langfristig überleben zu könne n, was den Kurs – falls das Angebot nicht nachgebessert und verlängert wird – unter Druck bringen dürfte. Eine Nachbesserung nach Ablauf der Annahmefrist ist nach deutschem Übernahmerecht nicht möglich. Für den Fall, dass die 75-prozentige Annahmequote am Montagmittag nicht zu Stande kommt, hat Matsuo unmissverständlich deutlich gemacht: „Dann sind wir weg!“, was Bandai auch leicht fällt, da die Japaner bisher keine einzige Zapf-Aktie halten.

Riskante Spekulation

Die Spekulationen auf eine Übernahmeschlacht scheinen damit nicht aufzugehen, ein Einstieg in der jetzigen Situation erscheint sehr risikoreich, da nicht klar ist, ob MGA mit einem besseren Angebot nachzieht. Für bereits investierte Anleger, die kein Risiko eingehen wollen, heißt es daher „verkaufen“, denn sollte die Frist ohne höheres (Gegen-)Angebot verstreichen, drohen Verluste. Wer das riskante Puppenspiel weiterspielen möchte, sollte zumindest den Stopp knapp unter dem Angebotspreis platzieren.

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