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- Thorsten Küfner - Redakteur

Keine Angst vor der Zinswende! 5 Gründe für weiterhin niedrige Zinsen

Heute Abend dürfte Fed-Chefin Janet Yellen erstmals seit 2006 wieder die Zinsen erhöhen und damit die seit knapp sieben Jahren laufende Nullzinspolitik beenden. Die Nervosität an den Märkten ist bereits zu spüren. Allerdings sollten Anleger Ruhe bewahren, zumal die Zinsen heute und wohl auch in den kommenden Monaten nur sehr leicht steigen können.

1. Die US-Wirtschaft ist noch nicht robust genug für hohe Zinsen

Die über das gesamte Jahr hinweg eher gemischt ausgefallenen Wirtschaftsdaten belegen, dass die US-Wirtschaft zwar wächst, aber noch keinesfalls derart robust ist, um deutlich höhere Zinsen zu verkraften. Dies spricht ganz klar dafür, dass die Fed den Leitzins nur langsam und in eher homöopathischen Dosen anheben wird.

2. Inflationsdruck aktuell gering

Zumal die Fed angesichts anhaltend niedriger Inflationsraten diesbezüglich auch keinen Druck verspürt. Im Oktober lag die Teuerungsrate bei gerade einmal 0,2 Prozent. Da durch die aktuell weiter sinkenden Ölpreise der wichtigste Preistreiber Energie wohl auch für die kommenden Monate quasi vorerst ausgeschaltet ist, kann sich Notenbank-Chefin Janet Yellen Zeit lassen.

3. Der US-Dollar soll nicht zu stark werden

Zumal deutlich steigende Zinsen im Dollarraum den Greenback noch attraktiver machen und wohl zu deutlichen Kapitalzuflüssen aus aller Welt führen würden. Ein noch stärkerer US-Dollar dürfte der US-Wirtschaft allerdings nicht schmecken. Zwar ist die dortige Wirtschaft weit weniger exportlastig als etwa die deutsche oder die chinesische Volkswirtschaft. Dennoch leiden bereits jetzt einige Branchen unter dem aktuellen Wettbewerbsnachteil einer starken Währung, weshalb die Amerikaner eher wenig Interesse an einem rasant steigenden Dollar haben.

Zudem dürfte die Fed auch im Hinterkopf haben, dass ein zu starker Dollar zahlreiche Schwellenländer in arge Bedrängnis bringen würde. Da viele Staaten sich stark in US-Dollar verschuldet haben und ihre Schulden dann nur mit großer Mühe oder gar nicht mehr zurückzahlen könnten.

4. Es würde für die Fed sehr teuer werden

5. 2016 ist Wahljahr

Darüber hinaus wird im kommenden Jahr ein neuer Präsident gewählt. Die Fed hält sich in Wahljahren traditionell eher zurück, da sie nicht die Konjunktur abwürgen will und somit einer der beiden Parteien in die Karten spielen will.

Experten erwarten keien großen Sprünge

Das Zinsniveau dürfte also weiterhin auf einem historisch betrachtet äußerst niedrigen Niveau verharren. So rechnet etwa das Bankhaus Lampe für Ende 2016 mit einem US-Leitzins von 0,75 Prozent (was die Experten indes für den DAX erwarten und welche Aktien sie favorisieren, lesen Sie hier). Donner & Reuschel prognostiziert sogar lediglich einen Leitzins von 0,5 Prozent, während Berenberg und Unicredit diesbezüglich mit 1,25 Prozent am oberen Ende der Bandbreite der Leitzins-Schätzungen liegen. Der Durchschnitt liegt knapp unter der Marke von 1,0 Prozent.

Die Aussichten bleiben gut!

Der Aktienmarkt dürfte mit dem derart niedrigen Leitzinsniveau gut leben können. Die nahende Zinswende muss also nicht das Ende der Hausse an den Aktienmärkten bedeuten. Indes legten nach Berechnungen der Fondsgesellschaft Source in den früheren Zinserhöhungsphasen die globalen Aktienmärkten um durchschnittlich 9,6 Prozent pro Jahr zu. Es besteht also kein Grund zur Panik.


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