Intl Paper Co
- DER AKTIONÄR

Kein Holz mehr vor der Hütte

In den vergangenen Wochen hat es gleich mehrere interessante Neuigkeiten für die Aktionäre von International Paper gegeben. So gab der weltgrößte Papier- und Forstkonzern in der vorletzten Woche eine vierteljährliche Dividende von 0,25 Dollar pro Aktie bekannt. Zwei Tage später ließ der Aufsichtsrat dann verlauten, dass das Unternehmen eigene Aktien zurückkaufen wolle.

International Paper strebt einen Strategiewechsel an. Der US-Papierkonzern will sich zum reinen Naturpapier- und Verpackungsunternehmen wandeln.

In den vergangenen Wochen hat es gleich mehrere interessante Neuigkeiten für die Aktionäre von International Paper gegeben. So gab der weltgrößte Papier- und Forstkonzern in der vorletzten Woche eine vierteljährliche Dividende von 0,25 Dollar pro Aktie bekannt. Zwei Tage später ließ der Aufsichtsrat dann verlauten, dass das Unternehmen eigene Aktien für bis zu drei Milliarden Dollar zurückkaufen wolle, etwa 20 Prozent der im freien Umlauf befindlichen Anteilscheine. Der Rückkauf solle im dritten Quartal beginnen und bis zum Ende des Jahres 2007 abgeschlossen werden. Ein „signifikanter Anteil an Aktien“ solle sogar bereits Ende des laufenden Jahres erworben sein, hieß es in der entsprechenden Pressemitteilung.

Geplante Umstrukturierung

Bereits einige Wochen zuvor hatte International Paper einen Strategiewechsel bekannt gegeben: Das US-Unternehmen wolle sich zu einem reinen Naturpapier- und Verpackungskonzern wandeln. Zu diesem Zweck plant der Konzern sich unter anderem von Waldflächen und Fabriken in Brasilien zu trennen. Schon im April hatte International Paper große Forstgebiete in den US-Bundesstaaten Michigan, Louisiana, Texas und Arkansas veräußert. Diese Restrukturierungsmaßnahmen haben einen positiven Nebeneffekt: Sie erlösen rund elf Milliarden Dollar. Ein Großteil dieser Summe soll für die Tilgung von Schulden – zum Ende des ersten Quartals (per Ende März) immerhin rund 11,5 Milliarden Dollar – verwendet werden. Einen weiteren Teil der Erlöse benötigt International Paper für Reinvestitionen in China, Russland und Nordamerika.

"Buy" von der Citigroup

Die Analysten bewerten den Richtungswechsel bei International Paper positiv. Sie rechnen mit einem jährlichen Gewinnwachstum von rund 30 Prozent für die kommenden beiden Jahre. Aus ihren Schätzungen ergibt sich ein 2007er-KGV von 18 – damit ist das Papier vor dem Hintergrund der Zuwachsraten günstig bewertet. Die Citigroup hat die Aktie des Papierkonzerns jedenfalls jüngst erst mit einer „Buy“-Empfehlung versehen.

Fazit

Der Schuldenberg von International Paper ist mit 11,5 Milliarden Dollar nicht gerade klein. Die im Rahmen des Strategiewechsels angestrebten Restrukturierungsmaßnahmen, die diesen Berg teilweise abbauen und zudem noch für Kursfantasie sorgen, machen das Papier jedoch zu einem interessanten Investment.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 31/2006.

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