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- DER AKTIONÄR

Kein Blendwerk

Besser kann eine Werbekampagne gar nicht laufen: Als Boeing Anfang Juli spektakulär das neue Flugzeugmodell 787 „Dreamliner“ präsentierte, trat auch eine Innovation von PPG Industries ins Rampenlicht: Die Fensterscheiben in der Passagierkabine sind nicht nur größer als bisherige Ausführungen, sondern lassen sich auch elektronisch dimmen und ermöglichen selbst bei höchster Tönung einen Blick nach draußen.

Kaum ein Unternehmen treibt Innovationen so schnell voran wie PPG Industries. Trotz des Erfolgs ist die Aktie an der Börse noch günstig zu haben.

Besser kann eine Werbekampagne gar nicht laufen: Als Boeing Anfang Juli spektakulär das neue Flugzeugmodell 787 „Dreamliner“ präsentierte, trat auch eine Innovation von PPG Industries ins Rampenlicht: Die Fensterscheiben in der Passagierkabine sind nicht nur größer als bisherige Ausführungen, sondern lassen sich auch elektronisch dimmen und ermöglichen selbst bei höchster Tönung einen Blick nach draußen. Die üblichen Fensterblenden aus Plastik entfallen somit. Derweil feilt der Spezialist für Spezialchemie, Optik, Glas und Beschichtungen an einer weiteren Neuerung: Gemeinsam mit Altair Nanotechnologies entwickelt PPG eine chromfreie Grundierung für Flugzeuge auf Nanotechnologie- Basis – diese soll nicht nur umweltfreundlicher als bisherige Lacke sein, sondern auch leichter und somit spritsparender. Netter Nebeneffekt: Die Rostanfälligkeit sinkt drastisch.

Großer Übernahmehunger

Gestiegen ist hingegen die Zahl der Übernahmen durch PPG – allein im Jahr 2006 waren es zwölf. Neuestes Objekt der Begierde ist die niederländische SigmaKalon-Gruppe, die unter anderem Beschichtungen für die Bauindustrie herstellt. Klappt der Deal, wovon auszugehen ist, sichert sich PPG ab dem Geschäftsjahr 2008 nicht nur einen einfacheren Zutritt in die Märkte Osteuropa, Afrika und Asien. Auch die bisherigen Umsatz- und Gewinnerwartungen würden sich um rund 2,7 Milliarden Dollar, respektive 0,50 Dollar je Aktie, mehr als deutlich erhöhen. Kein Wunder also, dass Analysten das PPG-Papier mehrheitlich zum Kauf empfehlen.

Umbaupläne

Ein anderer Grund für die Zuversicht ist die Restrukturierung des Konzerns. Vorstandsvorsitzender Charles Bunch möchte die Bereiche Feinchemie und Autoglas in ein Joint Venture einbringen oder aber radikal umbauen. Am liebsten wäre ihm sogar der Verkauf, denn mit dem Erlös könnte die Fokussierung auf die Bereiche Beschichtung und optische Anwendungen beschleunigt werden. Die endgültige Entscheidung steht im September an.

Sinkendes KGV

Dank der aggressiven Übernahmestrategie wächst PPG kontinuierlich. In Anbetracht dessen ist das 2008er- KGV von 15 mehr als attraktiv. Gelingt die SigmaKolon-Übernahme, sinkt die Bewertung sogar auf 13. Zusätzliche Fantasie versprüht die geplante Konzentration auf das Kerngeschäft.

Kursziel für PPG: 77,00 Euro. Stopp: 46,00 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 32/2007.

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